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Was ist Heuschnupfen?

© Juan Gaertner - Fotolia.com

Unter Heuschnupfen (Pollinosis) versteht man eine Allergie gegen Pollen, also gegen den Blütenstaub von Pflanzen. Besonders häufig verantwortlich für allergische Reaktionen sind neben Gräser- und Getreidepollen auch frühblühende Bäume wie Hasel, Erle und Birke sowie einige Kräuter.

Heuschnupfen tritt hauptsächlich im Frühjahr und Sommer auf, also in der Hauptblühperiode. Es handelt sich also um einen saisonale, zur jeweiligen Pollenflugzeit ausgelösten allergischen Rhinitis - im Gegensatz zur ganzjährigen allergischen Rhinitis , also dem allergischen Dauerschnupfen, der durch Allergien gegen Tierallergene, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben ausgelöst wird. Da die meisten Pollenallergiker aber auf mehrere verschiedene Blütenpflanzen reagieren, können sich die Symptome aufgrund der unterschiedlichen Blütezeiten im schlimmsten Fall auch von Februar bis Oktober hinziehen.

Pflanzen verbreiten ihre Pollen (d.h. das männliche Erbgut im Blütenstaub) entweder durch Insekten oder über den Wind. Für den Allergiker sind insektenbestäubende Pflanzen verträglicher, da deren Pollen relativ schwer und klebrig sind und in geringerer Anzahl produziert werden. Windbestäuber stoßen demgegenüber sehr große Mengen an Pollen aus, um die hohen Streuverluste durch die willkürliche Windverteilung aufzuwiegen. So setzt eine einzige Roggenähre zum Beispiel mehr als 4 Millionen Pollenkörner frei! Solche allergieauslösenden Pollen (AllergeneAllergene
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
) sind sehr klein und durch ihr geringes Gewicht besonders flugfähig - manche können bis zu 300 km weit durch die Luft treiben.

Bereits wenige Pollenkörner reichen aus, um bei einem Allergiker die typische, heftige Reaktion des Immunsystems auszulösen. Bei der Pollenallergie handelt es sich um den so genannten Soforttyp (Allergie vom Typ I) unter Beteiligung von IgE-AntikörpernIgE-Antikörpern
Das sind Antikörper der Klasse E, die gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an bestimmte Antigene andocken können und dann durch eine Brückenbindung an so genannte Mastzellen zu einer Ausschüttung von Histamin führen (siehe auch Allergie vom Soforttyp, Allergietyp I). Dies verursacht eine Entzündungsreaktion. Erhöhte Ig E-Spiegel im Blut treten vor allem bei allergischen und parasitären Krankheiten auf. 
. Beim nächsten Kontakt mit dem betreffenden Allergen werden Histamine u.a. MediatorenMediatoren
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (mediator = Mittler). Mediatoren sind Biomoleküle, die auf bestimmte Reize hin freigesetzt werden und dann eine bestimmte biochemische Reaktion in die Wege leiten, indem sie auf umliegende Zellen einwirken. Man könnte sie auch als Vermittler einer Zellreaktion bezeichnen.
freigesetzt, die zu einer Abwehrreaktion führen. Betroffen sind vornehmlich diejenigen Körperstellen, auf welche die Allergene direkt treffen - also die Bindehaut der Augen oder die Schleimhaut der Nase. Dies führt zu Reizungen oder Anschwellen der Schleimhäute, Tränenfluss, Fließschnupfen und Niesattacken.

Allergien gegen Pollen haben volksgesundheitlich große Auswirkungen, da sie sehr häufig sind und zudem wie alle Erkrankungen des  atopischen Formenkreisesatopischen Formenkreises
Zum atopischen Formenkreis gehören: Asthma, Neurodermitis und allergischer Schnupfen mit Bindehautentzündung (Rhinokunjunktivitis) einschließlich Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie. Diese Erkrankungsformen können entweder allein, nacheinander oder auch parallel auftreten. Unter Atopie versteht man eine erbliche Veranlagung (genetische Disposition), bei Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) eine übersteigerte Abwehrreaktion und eine oder mehrere Erkrankungen des atopischen Formenkreis zu entwickeln.
weitere Allergien nach sich ziehen können. Nahezu jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet unter Heuschnupfen. Bei Kindern unter 6 Jahren sind 3-7% betroffen; bei älteren Kindern sind es sogar zwischen 7 und 13%. Wie bei allen Allergien ist die Tendenz steigend.

Oft kommt es nach Jahren - vor allem wenn keine angemessene Behandlung erfolgt - zu einem allergischen Asthma. Bei etwa 30% der Patienten entwickelt sich innerhalb von 10 Jahren ein Asthma bronchiale.