lin-logo lin-titel
 
 Startseite
 Arztsuche
 Kliniksuche
 Unser Atemwegssystem
 Krankheiten A-Z
 Allergien
 Asthma
 COPD
 Lungenkrebs
 Rauchen
 Rehabilitation
 Schlaf
 Untersuchungsmethoden
 Event-Kalender
 Patientenfragen
 Fachorganisationen
 Kontakt/Impressum


 Aktuelles

Biomarker soll sinnvolleren Einsatz von Antibiotika steuern
 
[17.12.2009] 

Biomarker soll sinnvolleren Einsatz von Antibiotika steuern

Ein entscheidender Faktor für die zunehmende Unwirksamkeit von Antibiotika ist ihr übermäßiger und teils unsinniger Einsatz. Bei Infektionen der tiefen Atemwege lässt sich z.B. anhand der klinischen Krankheitsanzeichen (Symptome) und gängigen Laborwerte im Vorfeld der Behandlung oft nicht zuverlässig erkennen, ob Viren oder Bakterien die Verursacher sind. Gegen Viren können antibiotische Medikamente grundsätzlich nichts ausrichten. Trotzdem erfolgt oft eine Behandlung mit Antibiotika, ohne zu wissen, ob die Erreger der Infektion ansprechen werden oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist die Bestimmung eines Biomarkers – namens - Procalcitonin (PCT) - ein viel versprechender Ansatz zur Diagnose und Steuerung der Antibiotikatherapie, der künftig dabei helfen wird, Resistenzen zu vermeiden.

Procalcitonin (PCT) fungiert im normalen Stoffwechsel als ein Vorläufer des hormonell aktiven Calcitonins, das zusammen mit dem so genannten Parathormon den Calcium- und Phosphathaushalt des Körpers reguliert. PCT wird ausschließlich in der Schilddrüse gebildet und dort sofort in das reife Hormon umgewandelt, so dass bei gesunden Personen nur sehr geringe PCT-Konzentrationen nachweisbar sind. Bei bakteriellen Infektionen bilden jedoch nahezu alle Zellsysteme PCT und geben dieses in hohen Konzentrationen in die Blutzirkulation ab. Bei Virus- und Autoimmunerkrankungen oder allergischen Reaktionen steigt PCT dagegen wenig bis gar nicht an.

Verschiedene Studien konnten bereits den Nutzen von PCT bei verschiedenen Formen von tiefen Atemwegsinfekten zeigen. Zum Beispiel wurde in einer groß angelegten Untersuchung mit 1.359 Patienten (so genannte ProHOSP-Studie) nachgewiesen, dass ein systematischer Einsatz des Biomarkers die Antibiotikagabe um ein Drittel verkürzen kann und mit weniger Antibiotikaverschreibungen und Nebenwirkungen einhergeht.

Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse empfiehlt die aktualisierte S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter anderem bei akuter Verschlechterung (Exazerbation) der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD auf eine antimikrobielle Therapie zu verzichten. Das gelte insbesondere, wenn der PCT-Wert weniger als 0,1 ng/mL beträgt und eine leichtgradige oder mittelschwere Verlaufsform vorliegt. Außerdem gilt PCT als ein relevanter Entzündungsmarker zur Erkennung und Verlaufskontrolle von Patienten, die mit einer ambulant erworbenen Lungenentzündung (CAP) ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Bei Erkrankten mit schwerer, ambulant erworbener Lungenentzündung (Pneumonie) ist gemäß der aktualisierten Leitlinie die Bestimmung von PCT aus prognostischen Gründen zur Therapiesteuerung zu erwägen, da hier sowohl erhöhte PCT-Werte am Tag 1 als auch ein fehlender Abfall von Tag 1 zu Tag 3 mit einer ungünstigen Prognose in Zusammenhang stehen. Ein fehlender PCT-Rückgang sollte daher als Zeichen für das Vorliegen eines Therapieversagens oder für eine sekundäre infektiöse Komplikation in Betracht gezogen werden. Zudem ist hier mit seriellen PCT-Tests eine Steuerung der Antibiotikatherapiedauer möglich. Dabei spricht ein Wert von < 0,1 µg/L bei einer gleichzeitigen klinischen Besserung für die Beendigung der Therapie.



Sie verlassen jetzt das Patienten-Informationsportal des Bundes-verbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) .

Für den Inhalt auf den folgenden Seiten sind BdP und DGP nicht verantwortlich.

Meinungen und Inhalte geben nicht notwendigerweise die Ansichten des Bundesverbandes der Pneumologen e.V. (BdP) und der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) wieder und werden von diesen auch nicht autorisiert.

 

 
 nach oben  Druckansicht öffnen   Seite per eMail empfehlen


im-fokus
Untitled Document
  Pollenflugkalender
 
Der Klimawandel führt zu verstärkten Stoßzeiten durch Pollenflug und damit zu einer zunehmenden Belastung für Allergiker. Mit unserem  Pollenflugkalender können Sie sich einen Überblick über die Veränderungen im Pollenflug der wichtigsten, Allergie auslösenden Pflanzen verschaffen.
  weiter lesen...
  Online-Umfrage für COPD-Patienten
 

Eine Umfrage bei Patienten mit COPD (chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) soll aufzeigen, warum und wann sie besonders dazu neigen, ihre Therapieanweisungen zu vernachlässigen. Hier geht's zur  Umfrage

  weiter lesen...
  Habe ich eine COPD?
 

 Machen Sie den Test !

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickelt sich schleichend über mehrere Jahre hinweg. Raucherhusten mit wiederholten Atemwegsinfekten sowie Atembeschwerden bei körperlicher Belastung werden gerne mit mangelnder Fitness entschuldigt, obwohl eine COPD die Ursache ist. Um zu erfahren, ob Ihre Beschwerden bereits auf COPD hinweisen, können Sie unseren Test zur COPD-Früherkennung machen.

  weiter lesen...
  Expertenrat für Patientenfragen
 
Haben Sie eine Frage zu Atemwegs- oder Lungenerkrankungen? Ein Expertenrat der Deutschen Lungenstiftung beantwortet Sie Ihnen gerne fachlich kompetent und online.
  weiter lesen...
 
Weitere Gesundheitsthemen: Kindergesundheit | Frauengesundheit | Allgemeine & Innere Medizin | Neurologie & Psychiatrie | HNO-Heilkunde