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22.03.2009

Zimmerpflanzen können die Qualität der Innenraumluft erheblich verbessern

Blattreiche Zimmerpflanzen in großen Töpfen können Schadstoffe aus der Luft herausfiltern. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim unter Berufung auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie hin.

Bestimmte Zimmerpflanzen können die Innenraumluft tatsächlich verbessern, indem sie zum Beispiel das vor allem in neu ausgestatteten Räumen recht verbreitete und gesundheitsschädliche Gas Formaldehyd herausfiltern. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim hin. „Das haben Koreanische Forscher jetzt an zwei Pflanzenarten nachgewiesen“, erläutert Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und praktizierender Pneumologe im Lungenzentrum Ulm. „Formaldehyd ist ein toxisches Gas, das in vielen Materialien zur Innenausstattung – wie zum Beispiel Spanplatten, Teppichen, Klebstoffen, Vorhängen - enthalten ist und vor allem in den ersten Jahren in größeren Mengen entweicht. Wenn sich die Innenraumluft mit Formaldehyd anreichert, können Kopfschmerzen aber auch weitere gesundheitliche Beschwerden auftreten, die einer Allergie oder einem Asthma ähneln. Man spricht auch von einer multiplen chemischen Empfindlichkeit oder vom so genannten Sick building Syndrome.“

Reinigungseffekt tagsüber größer als nachts

Die Forscher um Kwang Jin Kim am Korea’s National Hortical Research Institute haben bei zwei recht weit verbreiteten Zimmerpflanzen - Birkenfeige (Ficus benjamina) und Zimmeraralie (Fatsia japonica) untersucht, wie viel Formaldehyd sie aufnehmen können. Dabei wurden die so genannten Absorptionsraten einerseits tagsüber und nachts und andererseits an den gesamten Pflanzen, nur an ihren unterirdischen Wurzeln oder nur am oberirdischen, beblätterten Teil der Pflanzen gemessen. „Komplette Pflanzen konnten innerhalb von 4 Stunden 80 Prozent des Formaldehyds aus der Innenraumluft entfernen“, berichtet Barczok. „In Kontrollräumen ohne Pflanzen verminderte sich der Formaldehydgehalt hingegen nur um etwa 7 Prozent innerhalb von 5 Stunden. Auch zeigte sich, dass die Pflanzen tagsüber mit den Blättern mehr Formaldehyd aufnehmen können als über Nacht, während die Absorption über die Wurzeln bei Tag und Nacht immer gleich groß ist. Das weist daraufhin, dass ein Großteil des Formaldehyds von den Spaltöffnungen in den Blattoberflächen absorbiert wird, die nur tagsüber geöffnet sind. Nachts hingegen scheint das Formaldehyd nur noch (wie am Tag auch) über die feine Wachsschicht auf den Blättern (so genannte Cuticula) aufgenommen zu werden, aber eben nur in sehr geringen Mengen.“

Größe der Pflanze entscheidend

Für den Luftreinigungseffekt einer Zimmerpflanze ist die Größe der Pflanze entscheidend: „Je mehr Blätter die Pflanze hat, umso mehr Formaldehyd kann sie während des Tages über die Spaltöffnungen aufnehmen“, erklärt Barczok. „Für das nächtliche Absorptionsvermögen ist aber offenbar auch die Topfgröße entscheidend – also wie viel Erde und Wurzeln im Topf Platz haben. Wissenschaftler vermuten, dass vornehmlich die Mikroorganismen im Boden und im Wurzelsystem der Pflanze für die nächtliche Formaldehydaufnahme verantwortlich sind.“