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08.01.2006

Zehn mögliche Anzeichen für Lungenkrebs

Ab wann sollte man einen Risikopatienten auf Lungenkrebs untersuchen? Das heißt, welche Krankheitsanzeichen müssen auftreten, damit sich der Verdacht auf LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
so weit erhärtet, dass sich der behandelnde Arzt für eine genauere Untersuchung entscheidet? Diese Fragen lassen sich jetzt anhand einer in England ermittelten Symptomliste für Lungenkrebs leichter abwägen.

Wann sollte sich ein Patient, bei dem der Verdacht auf Lungenkrebs besteht, einer genaueren körperlichen Untersuchung unterziehen – das war bisher eine ungeklärte, da wissenschaftlich nicht abgesicherte Frage. Die häufigste Ursache für Lungenkrebs ist bekanntlich das Rauchen. Jetzt haben britische Forscher 10 weitere klinische Anzeichen aufgelistet, die unabhängig voneinander auf die Entwicklung eines Lungenkrebs hinweisen können, noch bevor eine endgültige Diagnose gestellt wird. Zu diesen Anzeichen, die Dr. W. Hamilton von der Universität Bristol und seine Kollegen kürzlich in der Dezember-Ausgabe des Fachjournals Thorax vorgestellt haben, gehören sieben Symptome (Nr. 1-7), ein körperliches Merkmal (Nr. 8) sowie zwei auffällige Untersuchungsbefunde (Nr.9-10). Im einzelnen handelt es sich um:

1. Bluthusten
2. Gewichtsverlust
3. Appetitverlust
4. Atemnot
5. Schmerzen im Bereich des Brustkorbs (Thorax)
6. Müdigkeit
7. anhaltender Husten, chronisch
8. TrommelschlegelfingerTrommelschlegelfinger
Enden der Finger sind rundlich aufgetrieben, Fingerkuppen (Weichteile) sind verdickt in Folge eines chronischen Sauerstoffmangels.

9. starke Vermehrung der ThrombozytenThrombozyten
Das sind bestimmte Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine wesentliche Rolle spielen.

10. abnorme Werte bei der Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie)

Diese Symptomliste beruht auf einer Untersuchung, die in 21 Allgemeinarztpraxen in der englischen Stadt Exeter mit 128.700 Einwohnern durchgeführt wurde. Dabei wurden 247 Fälle mit Lungenkrebs bei Patienten über 40 Jahren mit 1235 Patienten ohne Lungenkrebs verglichen.

Bei Verdacht auf Lungenkrebs können Ärzte anhand der genannten Anzeichen künftig besser prüfen und entscheiden, ob sie eine genauere körperliche Untersuchung durchführen sollten, kommentieren die Forscher. Auch Gesundheitsorganisationen könnten nun ihre Leitlinien zur Auswahl von Patienten, die sich einer raschen Krebsuntersuchung unterziehen sollten, verbessern. Vor allem Risikopatienten könnten jetzt besser informiert werden. „Eines der Anzeichen, von dem Betroffene ihrem Arzt immer sofort berichten, ist Bluthusten,“ erklärt Hamilton. Dieser trete aber bei Lungenkrebs vergleichsweise selten auf. Einen viel größeren Nutzen hätten Betroffene dagegen, wenn sie darüber aufgeklärt wären, dass anhaltender Husten und Atemnot sehr viel öfter ein Zeichen für Lungenkrebs sein können.

Quelle:
Thorax 2005, Vol. 60, Seite 1059-1065
Zusammenfassung (abstract)