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15.07.2015

Wirkstoffe zur Behandlung von COPD und Lungenemphysem

Welche Medikamente zur Behandlung von COPD zur Verfügung stehen, wie sie wirken und eingenommen werden sollten, wird Prof. Dr. Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel, in seinem Vortrag auf dem 8. Symposium Lunge am 12. September 2015 detailliert erläutern.

Es gibt bestimmte Medikamente aber auch nicht-pharmakologische Verfahren, die zur Behandlung einer COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) eingesetzt werden. In der Gruppe der Medikamente unterscheidet man:

  • Bronchialerweiternde Substanzen (BronchodilatatorenBronchodilatatoren
    Diese Medikamente erweitern die Bronchien.
     
     
    ),
  • Antientzündlich wirkende Substanzen,
  • den Bronchialschleim mobilisierende Medikamente (Sekretolytika, Mukolytika).

Bei den nicht-pharmakologischen Verfahren differenziert man zwischen:

  • Operative Verfahren, wie z.B. operative Emphysemchirurgie, Lungentransplantation,
  • Bronchoskopische Behandlung des Lungenemphysem mit z.B. Coils (Spiralen), Ventilen und anderen,
  • Sauerstofftherapie (akut im Notfall oder als Langzeit-Sauerstofftherapie) und Beatmungsverfahren (nicht-invasiv, invasiv auf der Intensivstation),
  • Rehabilitation inkl. Krankengymnastik, Atemtherapie, Lungensport.

Auch wenn die medikamentöse Therapie in der oben aufgeführten Liste scheinbar den kleineren Anteil der zur Verfügung stehenden Behandlungsverfahren haben, so stellt sie die wichtigste Möglichkeit dar, die COPD zu therapieren und wird deshalb im Vortrag von Herrn Prof. Gillissen im Fokus stehen. Nur das Lungenemphysem kann im Gegensatz zur Bronchialverengung (Obstruktion) leider nicht mit Medikamenten therapiert werden, da es sich dabei um eine nicht mehr umkehrbare (irreversible) Erweiterung der Lungenbläschen (Alveolen) handelt.

Die medikamentöse Therapie richtet sich nach der Erkrankungsschwere, die sich über das Ausmaß der Lungenfunktionseinschränkung und der Krankheitssymptome (insbesondere Atemnot und deswegen Einschränkung der Lebensqualität), sowie anhand des jeweiligen Exazerbationsrisikos (d.h. der Wahrscheinlichkeit, als Patient eine akute Erkrankungsverschlechterung zu erleiden) definiert. Ist die LungenfunktionLungenfunktion
besonderes beeinträchtigt, die Atemnot ausgeprägt und ist das Risiko für eine COPD-Exazerbation hoch, muss die medikamentöse Therapie intensiviert werden. Im umgekehrten Fall sollte sie deeskaliert werden. Die Medikamente werden vorzugsweise inhalativ verabreicht, können oder müssen - je nach Präparat - aber auch oral eingenommen werden. Im Notfall werden die meisten Substanzen (Kortison, ß2-Mimetika) auch intravenösintravenös
Gabe von Medikamenten über eine Vene. Das Gefäß wird dazu mit einer Nadel punktiert. Anschließend wird eine kleine Plastikkanüle in die Vene geschoben und eine Infusion angeschlossen. Sobald diese beendet ist, wird die Plastikkanüle wieder entfernt.
verabreicht.

Welche Wirkungen und ggf. Nebenwirkungen die einzelnen Wirkstoffgruppen haben und wie sie eingenommen werden, wird Prof. Gillissen in seinem Vortrag im Einzelnen erläutern und dabei insbesondere auf die folgenden Medikamente eingehen:

  • Bronchialerweiternde, rasch- und langwirksame ß2-Mimetika: Salbutamol, Terbutalin, Fenoterol, Salmeterol, Olodaterol, Indacaterol. Schnell- und langwirksame Anticholinergika (Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid, Glycopyrronium, Aclidiniumbromid)
  • Theophyllin (ebenfalls bronchienerweiternd)
  • Antientzündlich wirkende Substanzen (kortisonhaltige Präparate für die inhalative, orale und intravenöse Applikationsform), Roflumilast
  • Kombinationspräparate
  • Bronchialschleim lösende Medikamente (chemisch: N-Acetylcstein, Ambroxol, pflanzlich: Myrtol, Cineol, Thymian)
  • Antibiotika

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2015
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