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14.06.2016

Wieso sich ein Rauchstopp auch bei Lungenkrebs noch lohnt

Eine Tabakentwöhnung ist auch bei bereits vorliegendem Lungenkarzinom mit zahlreichen Vorteilen für die Patienten verbunden.

„Was sollte ein Rauchstopp jetzt denn noch bringen?“ – Diese oder eine ähnliche Frage dürften sich viele Raucher stellen, wenn sie erfahren, dass sie an LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
erkrankt sind. Dabei ist eine Tabakentwöhnung auch bei bereits vorliegendem Lungenkarzinom mit zahlreichen Vorteilen für die Patienten verbunden, wie verschiedene Studien aufgezeigt haben (siehe Hessisches Ärzteblatt 2015, Band 3, Seite 137-138). Darauf weist die Deutsche Lungenstiftung hin. „Nach einem Rauchstopp treten bei Lungenkrebspatienten nachweislich seltener wiederkehrende Krebsgeschwüre (sog. RezidiveRezidive
Darunter versteht man das Wiederauftreten von Tumoren. Solche neuen Geschwülste können abermals in der Lunge oder auch in anderen Körperregionen auftreten – und das selbst wenn zuvor offenbar bereits eine völlige Abheilung des Krebses erfolgt war. 
) auf - nur etwa halb so oft wie bei rauchenden Patienten“, erläutert Prof. Dr. Stefan Andreas, Beiratsmitglied der Deutschen Lungenstiftung, Facharzt für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Internistische Intensivmedizin und Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen (Kreis Kassel) sowie des Bereiches Pneumologie an der Universitätsmedizin Göttingen. „Die Gesamtsterblichkeit der Patienten ist nach einem Rauchstopp geringer und ihre Fünf-Jahres-Überlebensrate deutlich höher: Mehr als doppelt so viele Patienten überleben die nächsten fünf Jahre, wenn sie das Rauchen aufgeben. Das Risiko, während der Krebstherapie an einer Lungenentzündung zu erkranken (Strahlenpneumonie oder bakteriell bedingt) ist bei Nichtrauchern erheblich geringer. Generell schlagen Krebstherapien wie die klassische Chemotherapie um einiges besser an, wenn der Patient nicht raucht, da Tabakkonsum offenbar die Wirkung der Therapeutika herabsetzt. Aber auch die Lebensqualität der Betroffenen wird durch den Verzicht auf das Rauchen positiv beeinflusst: Tabak abstinente Patienten, deren Lungenkrebs chirurgisch entfernt wurde, klagen z.B. seltener über Luftnot und Schmerzen als Patienten, die weiterrauchen. Einen oft mit Lungenkrebs zu beobachtenden, ungewollten, aber erheblichen Gewichtsverlust können Betroffene durch den Verzicht auf das Rauchen zudem lindern oder aufhalten. Insgesamt ist das Risiko, dass sich der Allgemeinzustand der Patienten verschlechtert, nach einem Rauchstopp siebenmal geringer!“ 

Tabakentwöhnung auch bei hoher Nikotinabhängigkeit erfolgreich

Patienten, die noch rauchen, wenn sie Lungenkrebs diagnostiziert bekommen, zeigen oft eine besonders stark ausgeprägte Nikotinabhängigkeit. „Dennoch können auch sie erfolgreich entwöhnt werden, insbesondere wenn sie an einem professionellen Tabakentwöhnungsprogramm teilnehmen, das auf die Bedürfnisse von Lungenkrebspatienten zugeschnitten ist und psychologische wie auch pharmakologische Unterstützung anbietet“, betont Prof. Andreas. Solche Programme werden z.B. regelmäßig in von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Lungenkrebszentren durchgeführt, zu denen z.B. auch die Lungenfachklinik Immenhausen gehört.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.