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09.04.2018

Wie sich eine Lungenembolie auch ohne CT ausschließen lässt

Acht einfache Kriterien reichen aus, um den Anfangsverdacht einer Lungenembolie zu erhärten bzw. auszuschließen. Dadurch lassen sich hohe Kosten und die Strahlenbelastung für die Patienten verringern. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse hin.

Wenn ein Patient mit akuter Atemnot und Schmerzen in der Brust in die Notaufnahme eingeliefert wird, besteht schnell der Verdacht auf eine Lungenembolie, die tödlich verlaufen kann. Die Symptome können allerdings auch harmlosere Ursachen haben. Um dies genau abzuklären, wird häufig eine sofortige CT-Pulmonalisangiographie (CTPA) durchgeführt, die mit einer Strahlenbelastung für die Patienten und hohen Kosten verbunden ist. Dabei reichen acht einfache Kriterien aus, um den Anfangsverdacht einer Lungenembolie zu erhärten bzw. auszuschließen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse hin (siehe JAMA 2018, Band 319, Seite 559-566). Nur wenn eines der folgenden acht Kriterien – sog. PERC-Kriterien (aus dem Englischen pulmonary embolism rule-out) – zutrifft, liegt wahrscheinlich eine Lungenembolie vor, so dass eine CTPA gerechtfertigt ist:

  • Erhöhte Pulsfrequenz (mindestens 100 Schläge pro Minute)
  • Arterielle Sauerstoffsättigung von 94 Prozent oder weniger
  • Einseitige Beinschwellung
  • Bluthusten (Hämoptyse)
  • Kürzliche Operation oder Verletzung
  • Lungenembolie oder tiefe Venenthrombose in der Vergangenheit
  • Alter des/r Patienten/in über 50 Jahre
  • Einnahme von Östrogenen

„Eine französische Studie hat aufgezeigt, dass sich die Anzahl an CT-Pulmonalisangiographien halbieren lässt, wenn man diese Kriterien heranzieht, ohne dass dabei schwere Lungenembolien übersehen werden“, erklärt Prof. Dr. Klaus F. Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Ärztlicher Direktor der LungenClinic Grosshansdorf.
Gerade bei der Anwendung der Computertomografie (CT) herrscht - in den USA aber auch hierzulande - eine Überversorgung, da Ärzte manchmal dazu neigen, bei einem diagnostischen Problem sicherheitshalber eine CT anzuordnen, die in vielen Fällen aber unnötig ist. „Diese unnötigen Fälle lassen sich mithilfe der genannten, acht Ausschlusskriterien identifizieren, was eine Überdiagnostik von Lungenembolien verhindert“, betont Prof. Rabe. Mit der konkreten Handlungsempfehlung, diese acht Kriterien bei Verdacht auf eine Lungenembolie heranzuziehen, möchten die Mitglieder der DGP andere Ärzte ermutigen, Entscheidungen zu treffen, die dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung entsprechen, und somit dazu beitragen, eine Überversorgung zu vermeiden – ganz im Sinne der Initiative „Klug entscheiden“, die von der der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) angeregt wurde.

Die häufigste Ursache für eine Lungenembolie ist ein Blutgerinnsel, das sich in einer Vene gebildet hat, und dann mit dem Blut in die Lunge transportiert wird, wo es – falls es nicht schrittweise vom Körper oder durch Medikamente abgebaut wird - die Durchblutung und damit den Austausch der Atemgase blockiert.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.