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19.06.2007

Weniger Atemwegsbeschwerden durch mediterrane Kost

Das Risiko für eine chronische Erkrankung der Atemwege - wie Asthma, COPD oder allergischer Schnupfen - wird durch eine mediterrane Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Nüssen, sowie Fisch und Olivenöl glatt halbiert. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) unter Berufung auf zwei aktuelle, wissenschaftliche Studien aus Griechenland und den USA hin.

Das Risiko für eine chronische Erkrankung der Atemwege - wie Asthma bronchiale, COPD und allergischer Schnupfen - wird durch eine mediterrane Ernährungsweise glatt halbiert. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) unter Berufung auf zwei aktuelle, wissenschaftliche Studien aus Griechenland und den USA hin. „Wer sich hauptsächlich von viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und Nüssen, sowie Fisch und Olivenöl - also bevorzugt von ungesättigten Fetten - ernährt, schützt nicht nur sein Herz und Blutgefäßsystem, sondern kann auch die Wahrscheinlichkeit für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma um die Hälfte senken“, bestätigt Dr. Michael Barczok, der eine pneumologische Praxis im Lungenzentrum Ulm führt und Vorstandsmitglied des BdP ist. „Wer sich hingegen dem westlichen Trend entsprechend ernährt und bevorzugt Fertiggerichte, rotes Fleisch, tierische Fette und Süßigkeiten verspeist, hat etwa doppelt so häufig unter Atemwegsproblemen zu leiden.“ Das haben zwei aktuelle Untersuchungen (mit rund 43.000 amerikanischen Männern zwischen 40 bis 75 Jahren bzw. 690 griechischen Kindern im Alter zwischen 7 bis 18 Jahren) unabhängig von einander ergeben.

Ungleichgewicht im Stoffwechsel lässt sich günstig beeinflussen
„Vielen chronischen Lungenerkrankungen liegt ein krankheitsbedingtes Ungleichgewicht im Stoffwechsel zu Grunde, das sich aber mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung günstig beeinflussen lässt“, erklärt Barczok. So ist Atemwegserkrankungen wie der chronisch obstruktiven Bronchitis und dem Lungenemphysem (die auch als COPD zusammengefasst werden), dem Asthma und anderen Atemwegsallergien gemeinsam, dass sie auf einer anhaltenden, chronischen Entzündung des Bronchialsystems beruhen. Dabei kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen bestimmten Stoffen (Enzymen), die im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. So kann zum Beispiel die Zahl der Antioxidantien gegenüber den OxidantienOxidantien
Stoffe, die  andere Substanzen „verbrennen“, indem sie – chemisch gesehen – Wasserstoff abspalten und ihnen damit Elektronen entziehen. Führen zur so genannten Oxidation (eine chemische Reaktion, bei der Wasserstoff abgespalten wird, so dass dem jeweiligen „Reaktionspartner“ Elektronen entzogen werden). Dabei entstehen aggressive, Zell schädigende Stoffwechselprodukte im Organismus.
 
 
abnehmen, so dass erstere den Körper nicht mehr vor Zell schädigenden Verbindungen (Radikalen) bewahren können, die im Stoffwechsel ständig als Nebenprodukt anfallen. Oder Eiweiß-abbauende Proteasen nehmen gegenüber den Antiproteasen Überhand und können so die Lungenbläschen im Lauf der Jahre Schritt für Schritt zerstören und damit die Lungenfunktion unwiderruflich schädigen.

Fertiggerichte vervierfachen die Häufigkeit von Lungenproblemen
Wie sich in der US-Studie herausgestellt hat, litten diejenigen Männer, die am häufigsten Fertiggerichte gegessen hatten, im Vergleich zu Anhängern der Mittelmeerdiät sogar mehr als viermal so oft unter Lungenproblemen. „Tatsächlich ist insbesondere von fast food dringend abzuraten, da diese Nahrung keine Antioxidantien enthält“, erklärt Barczok. „Gepökeltes, rotes Fleisch weist zum Beispiel auf Grund der verwendeten Pökelsalze viel Nitrit auf, das im Körper zusätzlich oxidativen Stress hervorruft, was bei Patienten mit COPD das Fortschreiten der Lungenerkrankung beschleunigen kann. Aber auch Kinder, die zu wenig Obst und Gemüse, Vitamine und bestimmte Mineralstoffe zu sich nehmen, haben ein größeres Risiko, asthmatische und allergische Beschwerden zu entwickeln. Eine solche minderwertige Ernährung steht in krassem Gegensatz zur Vitamin A, C und E reichen mediterranen Kost. So weiß man, dass Früchte, die reich an Polyphenolen sind – wie zum Beispiel rote Weintrauben - krankheitsbedingte Entzündungsprozesse nicht nur in den Blutgefäßen, sondern auch in den Lungen verringern können. Aber auch das Beta-CarotinBeta-Carotin
Betacarotin wird auch Provitamin A genannt, da der Körper aus Betacarotin Vitamin A bilden kann, das vor allem für den Sehvorgang, das Gewebewachstum und die Abwehr von Krankheitserregern gebraucht wird. Obst und Gemüse sind die wichtigsten natürlichen Quellen des Betacarotins, da es als Pflanzenfarbstoff zum Schutz vor den schädigenden Auswirkungen des Sonnenlichts in vielen Pflanzen enthalten ist.
in Orangen, Äpfeln und frischen Tomaten vermag die Häufigkeit von Beschwerden bei Asthma und allergischem Schnupfen einzudämmen. Außerdem enthalten Nüsse viel Zell schützendes Vitamin E sowie Magnesium, welches die LungenfunktionLungenfunktion
ebenfalls zu fördern scheint.“ Die deutschen Lungenärzte raten daher, sich regelmäßig und möglichst häufig – am besten zwei Mal am Tag - mit Lebensmitteln aus der Mittelmeerküche zu ernähren. „Denn das ist erwiesenermaßen nicht nur gut für das Herz, die Gefäße und das Gehirn, sondern auch für die Lungen“, betont Barczok. Lesen Sie hier weitere Informationen über eine gesunde Ernährungsweise.