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02.08.2019

Weltweit fehlt Hilfe bei Tabak-Ausstieg - auch in Deutschland

Tabakkonsum ist schädlich, aufhören fällt trotzdem schwer. Die Weltgesundheitsorganisation bemängelt im neuen Welt-Tabak-Bericht, dass es weltweit immer noch zu wenig Unterstützung für Entwöhnungswillige gibt, und macht Vorschläge, was helfen könnte.

Der Nichtraucherschutz wächst zwar weltweit und Rauchen wird in den meisten Ländern immer teurer und schwerer gemacht - aber bei Hilfen zur Tabak-Entwöhnung hapert es noch. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Welt-Tabak-Bericht (siehe WHO report on the global tobacco epidemic 2019). Diesen stellte die WHO in Rio de Janeiro vor, weil Brasilien nach der Türkei erst das zweite Land der Welt ist, dass alle von der WHO empfohlenen Maßnahmen zum Eindämmen des Tabakkonsums voll umgesetzt hat. Tabak kann ja nicht nur geraucht, sondern auch geschnupft oder gekaut werden.

In Deutschland bemängelt die WHO, dass es immer noch zu wenig strikte Vorgaben für rauchfreie öffentliche Räume gebe. Bei der Unterstützung von Rauchern, die die Nikotinsucht loswerden wollen, sieht sie auch Nachholbedarf. Ebenso müsse es in den Medien effektivere Kampagnen gegen das Rauchen geben. Werbeverbote sollten verschärft und die Steuern erhöht werden.

„Mit dem Rauchen aufzuhören ist eines der besten Dinge, die man für seine eigene Gesundheit tun kann“, betont WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Zwar sinkt der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung. Durch das Bevölkerungswachstum bleibt ihre Zahl aber bei rund 1,1 Milliarden konstant. 80 Prozent von ihnen leben in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Jedes Jahr sterben nach Angaben der WHO acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum. Der Wirtschaft gingen durch Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle 1,4 Billionen Dollar (1,3 Billionen Euro) im Jahr verloren. Aus den Statistiken der Europaregion geht hervor, dass in Georgien fast 57 Prozent der Männer rauchen (2016), in Deutschland 29 Prozent (2013) und in Island 15,3 Prozent (2015). Die WHO warnt auch vor Zigarettenersatz wie E-Zigaretten und Produkten, bei denen Tabak erhitzt statt verbrannt wird. Diese seien alle gesundheitsschädlich.

Sechs von zehn Erdenbewohnern leben heute in Ländern, die wenigsten eine Maßnahme gegen den Tabakkonsum ergriffen haben, schreibt die WHO. Das sind viermal so viele wie 2007. Knapp die Hälfte der Menschen lebt in Ländern, die Ekelbilder etwa von Geschwüren, die durch Tabak verursacht wurden, auf Packungen zur Abschreckung zeigen.

Nur 2,4 Milliarden Menschen leben aber in Ländern, die diejenigen unterstützen, die mit dem Tabakkonsum aufhören wollen, wie die WHO schreibt. Die Organisation empfiehlt zum Beispiel Hotlines für telefonische Sofortberatung oder entsprechende Online- oder Handy-Dienste. Hausärzte sollen Raucher ansprechen und auf Hilfen beim Aufhören hinweisen, und Nikotinersatztherapien sollen finanziell gefördert werden.

Quelle: dpa