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17.11.2009

Welt-COPD-Tag am 18. November 2009

Den diesjährigen Welt-COPD-Tag nimmt die Organisation Lungenemphysem - COPD Deutschland erneut zum Anlass, auf die mittlerweile als Volkskrankheiten geltende COPD und das Lungenemphysem hinzuweisen und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen.

 

Auf dem am 03.10. stattgefundenen 3. Symposium Lunge in Hattingen/Ruhr hielt Herr Prof. Dr. Helmut Teschler, Ärztlicher Direktor der Ruhrlandklinik gGmbH am Universitätsklinikum Essen zum Thema „Die Krankheitsbilder COPD und Lungenemphysem: Gemeinsamkeiten und Unterschiede“ einen Vortrag, auf den wir an dieser Stelle nochmals hinweisen wollen. (siehe www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3.

Der Alltag eines Patienten mit schwerer COPD und Lungenemphysem ist in hohem Ausmaß von der Erkrankung bestimmt. „Das Aufwachen ist bereits von Atemnot begleitet, zuerst müssen also die wichtigsten Bronchien erweiternden Medikamente eingenommen werden, um erst einmal zu Luft zu kommen. Alle Vorgänge wie etwa die Morgentoilette können nur sehr langsam, teilweise auch nur mit Hilfestellung des Partners durchgeführt werde“", berichtet Lingemann, der selbst von der Krankheit betroffen und Vorsitzender des COPD-Deutschland e.V. (http://www.copd-deutschland.de) ist. „Medikamente, Hinsetzen und Atemholen begleiten die Betroffenen über den ganzen Tag, wobei viele Patienten auf eine kontinuierlich durchgeführte Sauerstoff -Langzeittherapie und einen Rollator angewiesen sind. Eine weitere Folge der Erkrankung ist bei den meisten Betroffenen mit fortgeschrittenem Schweregrad die soziale Isolation. Theater und Konzertbesuche, Fußballspiele sowie sämtliche Großveranstaltungen sind für viele COPD-Patienten ab einem gewissen Stadium der Erkrankung undenkbar.“ COPD und Lungenemphysem beeinträchtigen zudem nicht wenige der Erkrankten auch psychisch. „Sie meiden Menschenansammlungen, da sie glauben, hier keine Luft zu bekommen. Als besonders kontraproduktiv und gefährlich für den weiteren Verlauf der Erkrankung sieht Lingemann die unnötigen Fragen wie ‚warum ich? oder ‚wie kam es dazu?, die bei vielen immer wieder im Kopf kreisen. Sie machen die Betroffenen traurig oder verbittert, was sich auch auf ihr familiäres Umfeld negativ auswirkt. Im schlimmsten Fall entwickeln sich daraus Depressionen, die den Patienten selbst mitunter den Eindruck eines viel schlechteren Allgemeinzustands vermitteln, als dies tatsächlich der Fall ist.“

Als wichtigsten Schritt im Umgang mit der Krankheit sieht Lingemann mit ihr, anstatt gegen sie zu leben. „Das Leben endet nicht mit der Diagnose COPD-Lungenemphysem, sondern beginnt neu, nur auf eine andere Art und Weise als bisher.“ - Nach diesem Motto lebt er seit fast 10 Jahren mit der Krankheit. „Ein Leben mit der Krankheit setzt allerdings auch voraus, dass die Patienten die medikamentösen und physikalischen Therapien auch tatsächlich durchführen und nicht selbst verändern oder gar absetzen.“ Die ständigen Verbesserungen der Hilfsmittel stellten eine wesentliche Erleichterung dar, wozu Lingemann etwa mobile Sauerstoffgeräte zählt, die heute durch längere Bevorhaltungsdauer bei gleichzeitig kleinerem Volumen und Gewicht die Mobilität der Patienten erhöhen. Betroffenen und Angehörigen empfiehlt Lingemann eindringlich Informationen über die Krankheit einzuholen. „Unsere Organisation bietet vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten an. Mailinglisten und Selbsthilfegruppen geben zudem einen wichtigen sozialen Rückhalt und halten stets aktuelle Informationen bereit.“

Nach wie vor wird vor allem die COPD hinsichtlich ihrer Belastungen für die Lebensqualität der Betroffenen und für das Gesundheitswesen in der Öffentlichkeit nur unzureichend wahrgenommen. Das Leben mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gelingt am besten, wenn sich Betroffene und Angehörige über die Krankheit ausreichend informieren und die Möglichkeiten der Selbsthilfe nutzen. Auf der Basis einer richtigen Diagnose und der Akzeptanz der Krankheit und notwendigen Therapie müssen Arzt und Patient die Erkrankung gemeinsam managen.

Weitere Informationen: Selbsthilfe-Organsiation Lungenemphysem-COPD Deutschland , www.lungenemphysem-copd.de