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09.09.2009

Welche Patienten profitieren von einer nicht-invasiven Beatmung?

Wer wegen seiner COPD oder einer anderen Lungenerkrankung ständig zu viel Kohlendioxid im Blut hat, dem wird eine nicht-invasive Maskenbeatmung empfohlen, die sich zu Hause durchführen lässt. Was diese Therapie bewirkt, erläutert Prof. Dieter Köhler in seinem Vortrag auf dem Symposium Lunge 2009, das am 3.10. in Hattingen für Patienten stattfindet.

Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Dr. med. Dieter Köhler, Leiter des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg-Grafschaft, zum Thema „Die nicht-invasive Beatmung; welche Patienten profitieren davon?“:

Für die Behandlung der schweren COPD stand in den letzten Jahrzehnten eigentlich nur die SauerstofflangzeittherapieSauerstofflangzeittherapie
Eine Sauerstofflangzeittherapie (LTOT - abgekürzt aus dem Englischen long time oxygen therapy) ist der Ansicht von Spezialisten zufolge nur dann angezeigt und sinnvoll, wenn bereits mehrmals eine Sauerstoffmessung (meist anhand einer Blutprobe aus dem Ohrläppchen) durchgeführt wurde und die Sauerstoffwerte dabei immer wieder zu niedrig ausgefallen sind. Dann allerdings muss die Anwendung des Naturstoffes Sauerstoff (O2) über einen längeren Zeitraum, evtl. sogar dauernd erfolgen. Eine kurzzeitige Anwendung für lediglich ein paar Minuten pro Tag, ist zwar im Allgemeinen nicht schädlich, medizinisch gesehen aber sinnlos.
 
 
zur Verfügung, in vereinzelten Fällen mitunter auch eine Lungentransplantation. In den letzten Jahren ist hierzulande die nicht-invasive Beatmung mit einer abnehmbaren Atemmaske für den Gebrauch zu Hause als ein sehr großer Fortschritt hinzugekommen. Deren positive Therapieeffekte werden in anderen Ländern hingegen als nur gering beschrieben. In manchen Ländern wird eine Beatmung sogar nicht mehr von den Versicherungen übernommen! Hintergrund dafür ist zum einen eine falsche Auswahl von Patienten, die für wissenschaftliche Studien geeignet wären, und zum anderen die abweichende Art und Weise, wie Beatmung in den betreffenden Ländern durchgeführt wird - die sich von der hierzulande praktizierten nämlich stark unterscheidet.

Untersucht man selektiv COPD-Patienten mit einer Anreicherung von Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie), so werden die Erfolge einer nicht-invasiven Beatmung zweifellos sehr deutlich. Es braucht allerdings eine große Erfahrung, um den Patienten richtig auf eine Maskenbeatmung einzustellen.

Alle COPD-Patienten mit einer Anreicherung von Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie) haben eine chronisch überlastete Atemmuskulatur, weil sie ständig gegen erhöhte Widerstände aufgrund ihrer chronischen Atemwegsverengung (Obstruktion) atmen müssen. Werden diese Patienten (vorwiegend nachts) durch eine Maske so beatmet, dass die Eigenatmung nahezu unterdrückt wird, kann sich die Atemmuskulatur wieder erholen und Energie (Glykogen) tanken. Dank der Wiederauffüllung der Energiespeicher kann dann die Atemmuskulatur nach der Beatmung deutlich mehr leisten, was sich zum Beispiel in einer Verdopplung der körperlichen Belastungsfähigkeit der Patienten zeigt. Was bei dieser Therapie nicht ganz einfach ist: Die Patienten müssen lernen, die eigene Tätigkeit der Atemmuskulatur während der Beatmung komplett einzustellen. Dazu gibt es heute entsprechende Geräte, die Hilfestellung leisten. Zudem besteht eine große Vielfalt an verschiedenen Maskentypen, so dass in fast allen Fällen die Beatmung individuell optimiert und dann ohne Beschwerden durchgeführt werden kann.

Nach unseren Erfahrungen lohnt sich eine Beatmungstherapie, wenn der pCO2-Wert (Kohlendioxidpartialdruck) deutlich über 50 mm Hg liegt. Dann profitieren 80 bis 90% der Patienten von einer nicht-invasiven Beatmung.

3. Symposium Lunge
"COPD und Lungenemphysem" - Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen? Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung“
am Samstag, 3. Oktober 2009
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte - Gebläsehalle -
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen/Ruhr

Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2009 richten Sie bitte an die Organisationsleitung Jens Lingemann
Lindstockstraße 30
45527 Hattingen
Telefon: 02324 - 999 959
symposium-org@lungenemphysem-copd.de