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18.12.2007

Weihnachtsbäume im Innenraum können Allergien auslösen

Nach dem Aufstellen eines Weihnachtsbaumes in der Wohnung beginnt die Belastung mit Schimmelpilzsporen kräftig anzusteigen, was bei Allergikern zu verstärkten Beschwerden oder sogar zu einem Asthma-Anfall führen kann. Davor warnen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) in Heidenheim.

Das Aufstellen eines Weihnachtsbaums in der Wohnung kann die Innenraumbelastung mit Schimmelpilzsporen deutlich erhöhen, was bei Allergikern zu verstärkten Beschwerden und unter Umständen auch zu einem Asthma-Anfall führen kann. Davor warnen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) in Heidenheim. „Weihnachtsbäume in den eigenen vier Wänden können eine nicht unerhebliche Quelle für Schimmelpilze darstellen, deren Sporen bei Allergikern Reizungen in den Augen, der Nase und der Kehle, sowie Kopfschmerzen und eine chronisch verstopfte Nase hervorrufen können“, bestätigt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und praktizierender Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. „Auch die Auslösung eines Asthma-Anfalls durch Schimmelpilzsporen ist bei Patienten mit allergischem Asthma keine Seltenheit.“

Sporenbelastung kann um das Zehnfache steigen
Normalerweise liegt die durchschnittliche Belastung mit Schimmelpilzsporen in Innenräumen bei 500-700 Sporen pro qm Luft. „Ab dem vierten Tag nach dem Aufstellen eines Weihnachtsbaumes in der Wohnung beginnt diese Belastung allerdings kräftig anzusteigen und kann dann bis zum 14. Tag auf rund 5000 Sporen pro qm Luft ansteigen!“, erläutert Barczok. Das hat eine aktuelle Studie über die Schimmelpilz-Innenraumbelastung durch Weihnachtsbäume ergeben, deren Ergebnisse vor kurzem auf dem Jahrestreffen des American College of Allergy, Asthma & Immunology in Dallas vorgestellt wurde. „Die Studienergebnisse sind eigentlich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Weihnachtsbäume schon einige Zeit im Voraus geschlagen werden und dann bis zum Verkauf in einer Umgebung mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden müssen. Zu Hause wird der Baum dann meist auch wieder ins Wasser gestellt“, kommentiert Barczok. Daher raten die Lungenärzte Allergikern im Allgemeinen - insbesondere aber den etwa 15% Schimmelpilzallergikern innerhalb der Bevölkerung, einen Weihnachtsbaum nicht länger als höchstens eine Woche in der Wohnung aufzustellen. „Außerdem sollten sie den Baum natürlich sofort entfernen, falls sich eine Zunahme der allergischen Beschwerden bemerkbar macht“, empfiehlt Barczok.

Vorsicht auch vor künstlichen Bäumen und verstaubter Deko
Auch mit künstlichen Bäumen sollten Allergiker vorsichtig umgehen, da sich in diesen - wie übrigens auch in der Weihnachtsdekoration – nach monatelanger Nichtbenutzung sehr viel Staub ansammeln kann. „Die im Staub enthaltenen Hausstaubmilben bzw. deren Kot sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Allergie-Auslöser“, betont Barczok. „Deshalb sollte man den Baum und die Dekoration zunächst sorgfältig - und das am besten an der frischen Luft - von Staub befreien, bevor man sie zu sich in die Wohnung holt. Hausstaubmilbenallergiker sollten das allerdings nicht selbst tun, sondern dazu jemanden, der keine Allergie hat, um Hilfe bitten“, rät Barczok: