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23.10.2019

Warum starkes Übergewicht Asthma verschlimmert

Bei Fettleibigen sammelt sich überschüssiges Fettgewebe nicht nur im Bauchraum an, sondern es wird auch in den Wänden der größeren Atemwege (Bronchien) abgelagert. Das führt zu einer Atemwegsverengung und offenbar auch zu vermehrten Entzündungsprozessen in der Lunge, die das Risiko für Asthmabeschwerden erhöhen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse hin.

Fettleibige Menschen (mit einem Body Mass Index von mehr als 30 kg/m²) erkranken bekanntlich häufiger an Asthma als Menschen ohne Übergewicht und erleiden auch heftigere Asthma-Symptome. Bei den Betroffenen sammelt sich dabei das überschüssige Fett nicht nur im Bauchraum an, sondern wird auch in den Wänden der größeren Atemwege (Bronchien) abgelagert, wie Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland und Kanada aktuell berichten (siehe European Respiratory Journal, Online-Veröffentlichung am 17.10.2019). „Das in den Wänden der bronchialen Atemwege eingelagerte Fettgewebe führt – da es zusätzlichen Raum einnimmt und den Atemfluss behindert – zu einer Atemwegsverengung und offenbar auch zu vermehrten Entzündungsprozessen in der Lunge“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. In der Untersuchung an 52 verstorbenen Patienten mit und ohne Asthma wurde nachgewiesen, dass der Body Mass Index (BMI)Body Mass Index (BMI)
Der BMI ergibt sich aus dem Quotienten des Körpergewichts einer Person in Kilogramm und dem Quadrat der Körpergröße in Metern (Gewicht/Größe2 [kg/m2]). Als normal gelten Werte zwischen 20 und 25.
 
der Studienteilnehmer direkt – und deshalb wahrscheinlich kausal - mit der Menge des eingelagerten Fettgewebes in den Atemwegen und mit der Dicke der Bronchialatemwände zusammenhängt.

Zu viel Fettgewebe behindert die Atmung und fördert Entzündungsprozesse

Bisher wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und einem häufigeren Auftreten von Asthmabeschwerden zum einen damit erklärt, dass überschüssiges Fettgewebe im Bauchraum eine physische Mehrbelastung darstellt - nicht nur für das Herz, sondern aufgrund der Gewichtlast der Fettmasse auch für die Lunge, da es die Atembewegungen einengt. Zum anderen speichert Fettgewebe nicht nur einfach Fett. Vielmehr ist es als ein eigenes Organsystem anzusehen, das bestimmte Stoffe (Cytokine wie z.B. Leptin) bildet, die bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. Entzündungsprozesse wiederum sind häufig die Verursacher von Asthmabeschwerden und deren Verschlimmerung. Diese beiden Erklärungsansätze dürften nach wie vor ihre Gültigkeit haben. „Die neue Beobachtung, dass Adipositas auch eine Verdickung der bronchialen Atemwegswände verursacht, kann aber zusätzlich plausibel erklären, warum sich die Asthmabeschwerden bei Fettleibigen oft verschlimmern“, erklärt Prof. Gillissen. 

Auf gesundes Körpergewicht achten!

„Um eine zusätzliche Verengung der Atemwege durch die Einlagerung überschüssigen Fettgewebes zu verhindern und damit das Risiko für eine Verschlimmerung der Asthmabeschwerden zu senken, sollten Asthmatiker auf ein gesundes Körpergewicht achten und überschüssige Pfunde möglichst konsequent abbauen“, rät Prof. Gillissen.

Autor: äin-red

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