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24.07.2020

Warum die Schutzmaske auch über die Nase gehört

Auch wenn der Begriff Mund-Nasen-Bedeckung zum Schutz vor SARS-CoV-2-Viren eigentlich keine Zweifel über die korrekte Anwendung zulässt: Viele sparen die Nase aus, warum auch immer. Ein Virologe hat dazu eine klare Meinung…

Ob in der U-Bahn oder im Supermarkt: Immer wieder ziehen Menschen die Schutzmaske zur Eindämmung des SARS-CoV-2-Coronavirus nur über den Mund, nicht aber über ihre Nase. Erfüllt sie dann noch ihren Zweck? - Natürlich nicht, meint der Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe und Hochschullehrer an der Universität Hamburg. „Es steht außer Frage, dass die Maske korrekt verwendet werden muss."

Eigentlich verrät das schon die korrekte Bezeichnung der Gesichtsmaske, die Mund-Nasen-Bedeckung lautet. Ihr Zweck: Sie soll kleine Tröpfchenpartikel, die ihr Träger beim Sprechen, Husten oder Niesen abgibt, abfangen - um damit andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus schützen. Deshalb sollte die Maske freilich auch auf keinen Fall ausgezogen werden, wenn man niesen oder husten muss – was natürlich überhaupt keinen Sinn macht, was aber manche Leute tatsächlich machen!

Ihren Träger soll die Maske außerdem ein Stück weit davor schützen, die Tröpfchen von anderen einzuatmen. Ist die Nase frei, haben Tröpfchen freie Bahn. Dann könnte man die Maske auch gleich weglassen. Zur korrekten Verwendung zählt dem Experten zufolge auch, dass man die Maske nicht mit den Händen berührt und zum Aufsetzen und Abnehmen nur an den Tragebändern anfasst.

Schmidt-Chanasit hält das Tragen der Maske vor allem in Situationen für sinnvoll, in denen man längere Zeit mit anderen Menschen enger zusammen ist - beim Bahnfahren zum Beispiel. Er betont auch, dass im schnellen Vorbeigehen eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist. „Es geht um die Zeit, die man zusammensteht - etwa 10 bis 15 Minuten gilt als kritische Marke.“ An vielen Orten ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht.

Generell gilt ohnehin: Auch mit Maske sollte man die Abstands- und Hygieneregeln beachten - und in geschlossenen Räumen (einschließlich U-Bahn u.a. Transportmitteln) öfter lüften.

Der Professor für ArbovirologieArbovirologie
Ein Zweig der Virologie, die sich mit Viren beschäftigt, die durch Arthropoden (Gliederfüßer wie Moskitos, Sandfliegen und Zecken) übertragen werden.
am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin betont aber auch die Grenzen der Alltagsmasken, also der nicht-medizinischen Gesichtsbedeckungen. Sie bremsen den Ausstoß und halten größere Tröpfchen von anderen Menschen von den eigenen Mund- und Nasenschleimhäuten fern. Doch bei Aerosolen - das sind kleinste Schwebeteilchen in der Luft - helfen sie nur bedingt, weil sie oft nicht eng genug anliegen. Aerosole können dann an den Seiten aus- und eintreten, wie der Virologe erläutert.

Quelle: dpa