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15.10.2018

Wann sollte ich bei Husten zum Arzt gehen?

Husten ist meist nervig und oft langwierig. Gefährlich ist er aber nur selten. Woran man selbst erkennt, dass ein Arztbesuch ratsam, erklärt ein Facharzt für Lungenheilkunde.

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Mitten im klassischen Konzert, in der Kirche oder nachts im Schlaf: Husten kommt irgendwie immer zur Unzeit. Aber warum ist das eigentlich so? Und stimmt es, dass die Farbe des Auswurfs Rückschlüsse auf die Ursache des Hustens zulässt? Diese Fragen beantwortet der Lungenfacharzt Kai-Michael Beeh, der gerade ein Buch über sein Lieblingsorgan (Titel: Die atemberaubende Welt der Lunge) geschrieben hat, in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur (dpa). Privatdozent Dr. med. Kai-Michael Beeh ist Internist und Pneumologe. 2004 gründete er das Institut für Atemwegsforschung (insaf) in Wiesbaden.

Frage: Warum müssen in Konzerten so viele Leute husten?

Antwort: Viele Leute fühlen sich da beobachtet, meistens ist die Luft trocken und die Atmosphäre angespannt. Das macht die Menschen nervös. Wenn wir nervös sind, wird ein Teil unseres Nervensystems aktiviert - die Fluchtreflexe. Nur: Wir können nicht fliehen. Wir können die Nervosität also nicht körperlich abbauen. Was macht der Körper also? Er reguliert das gegenteilige Nervensystem hoch, das bremsende System. Während das eine die Schleimhäute austrocknet, sorgt das andere für eine vermehrte Speichelproduktion, und es reizt die Bronchien. Die HustenfühlerHustenfühler
Das sind Sensoren (Rezeptoren) in der Schleimhaut, die Fremdstoffe im Schleim erkennen und Husten auslösen. Hustenfühler sitzen nicht nur in der Luftröhre und den Bronchien, sondern auch in der Nase, im Gehörgang, im Magen und sogar im Herzen.
in den Bronchien werden so „scharf gemacht“. Irgendwann kann man nicht mehr anders - und muss husten.

Und wie kriegt man diesen Hustenreiz in den Griff?

Sitzend lässt er sich nicht unterdrücken. Bewegung hilft. Also im Zweifelsfall kurz mal raus aus dem Saal und ein bisschen herumlaufen.

Wann ist Husten ein Fall für den Arzt?

Husten im Rahmen einer Erkältung ist bei ansonsten gesunden Menschen nicht gefährlich. Das geht in der Regel nach drei oder vier Wochen vorbei. Dauert es länger als vier Wochen, sollte man zum Arzt gehen.

Stimmt das: Grüner Auswurf ist bakteriell, gelber viral?

Auswurf ist schon ein bisschen verräterisch. Auf der Harmlosigkeitsskala ganz oben steht klarer Auswurf. Da dürfte keine bakterielle Infektion vorliegen. Gelb gibt es bei allergischem Asthma oder auch bei Erkältungskrankheiten. Dass grüner Auswurf immer bakteriell bedingt ist und mit Antibiotika behandelt werden müsste, ist dagegen ein Mythos.

Erkältungen werden in der Regel durch Viren verursacht - und jeder weiß, am Ende kann da auch der Schleim aus der Nase schon mal zäh und grün werden. Die grüne Farbe wird von weißen Blutkörperchen verursacht, die zugrunde gehen, wenn eine Entzündung abheilt. Grüner Auswurf ist nur bedenklich, wenn er länger als ein paar Tage auftritt und Fieber oder Brustschmerzen dazukommen. Blutiger Auswurf muss immer abgeklärt werden. Meist ist auch das harmlos, aber dahinter können sich auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen.

Das Beste ist natürlich gar kein Auswurf. Aber wie schafft man es, sich in der Übergangszeit nicht zu erkälten?

Gelassen bleiben. Dieses zwanghafte „Ich darf nicht krank werden“ führt in der Regel dazu, dass wir uns stressen und dann infektanfälliger werden. Wer sich schützen will, sollte seine Hände regelmäßig mit Seife waschen. Erkältungsviren werden nämlich meistens übers Händeschütteln oder Anfassen von Türgriffen übertragen. Sich ausgewogen und gesund ernähren hilft ebenfalls. Und regelmäßig rausgehen ins Licht, Vitamin DVitamin D
Vitamin D ist die Vorstufe (Provitamin) für eine Reihe von Hormonen, die den Kalziumhaushalt wesentlich mitbestimmen. Der menschliche Körper kann dieses Provitamin selbst aus Cholesterin herstellen. Voraussetzung dafür ist aber eine ausreichende Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht (UV-Licht). Ist diese nicht gegeben, muss Vitamin D über die Nahrung bzw. ergänzende Präparate aufgenommen werden.
Vitamin D3 = Calcitrol – d.h. diejenige Vitamin D-Form, die der Körper direkt nutzen kann. 
 
tanken. Das ist auch fürs ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
wichtig, genauso wie Bewegung, zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge.

Und ganz wichtig: eine positive Einstellung! Wer eine lebensbejahende Einstellung hat, erkältet sich einer Studie zufolge seltener.

Quelle: dpa