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20.04.2017

Vor allem Patienten mit schwerer COPD profitieren von Vibrationstraining

Beim Vibrationstraining können COPD-Patienten, die ja unter zunehmender Atemnot leiden, bei gleichem Atemeinsatz mehr Effekte im Vergleich zu anderen Trainingsmethoden erreichen. Insofern profitieren vor allem auch Patienten mit schwerer COPD. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) anlässlich ihres 58. Jahreskongresses aufmerksam, der vom 22. bis 25. März 2017 in Stuttgart stattfand.

© Doc Rabe Media_Fotolia.com

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Immer mehr Studien zeigen, das Vibrationstraining die körperliche Leistungsfähigkeit von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) deutlich steigern kann. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) anlässlich ihres 58. Jahreskongresses aufmerksam, der vom 22. bis 25. März 2017 in Stuttgart stattfand. Bei einem Vibrationstraining werden auf einer vibrierenden Platte stehend verschiedene Übungen absolviert, bei denen unterschiedliche Muskeln reflektorisch angespannt werden, um trotz der Vibrationen die Standposition zu halten und dabei gleichzeitig die beabsichtigten Bewegungen ausführen zu können. „Der große Vorteil des Vibrationstrainings für COPD-Patienten, die unter zunehmender Atemnot leiden, ist, dass sie bei gleichem Atemeinsatz mehr Effekte im Vergleich zu einem herkömmlichen Trainig auf normalem Boden erreichen können. Insofern profitieren auch Patienten mit schwerer COPD. Der Zuwachs ihrer muskulären Leistungsfähigkeit lässt sich dabei vor allem durch eine bessere neuromuskläre Koordinationsfähigkeit und eine größere Balancefähigkeit aufgrund des Vibrationstrainings erklären“, erklärt Dr. Rainer Glöckl, Sportwissenschaftler im Fachzentrum für Pneumologie der Schön Klinik Berchtesgadener Land in Schönau am Königssee, unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse, die er auf dem DGP-Kongress vorgestellt hat (s.a. Pneumologie 2017, Band 71(S 01), Seite: S1-S125 und Respiratory Medicine, Volume 126, May 2017, Pages 17-24).

Vibrationstraining verbessert die Balance und Muskelleistung und könnte das Sturzrisiko senken
In der Untersuchung absolvierten 74 COPD-Patienten, die an einer dreiwöchigen pneumologischen Rehabilitation teilnahmen, zusätzlich zum konventionellen Ausdauer- und Krafttraining im Rahmen der Reha dreimal die Woche ein zweiminütiges Kniebeugentraining auf einer Vibrationsplatte (mit hoher Intensität von 24 bis 26 Hertz). Im Vergleich zu COPD-Patienten, die das Kniebeugentraining auf normalem Boden machten (Kontrollgruppe), konnten die Teilnehmer des Vibrationstrainings nach drei Wochen eine deutlich längere Gehstrecke zurücklegen und wiesen eine größere Muskelleistungs- und Balancefähigkeit auf. „Dabei war der Kraftzuwachs (Zugewinn an Beinkraft) durch das Vibrationstraining gegenüber der Kontrollgruppe, die das Kniebeugentraining auf dem Boden gemacht hatte, aber vergleichbar groß. Deshalb vermuten wir, dass die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit insbesondere durch die neuromuskulären Verbesserungen beim Vibrationstraining herbeigeführt wurde“, berichtet Dr. Glöckl und ergänzt: „Eine bessere neuromuskläre Koordinationsfähigkeit und Balance könnte COPD-Patienten auch vor Stürzen bewahren und damit ihr Sturzrisiko und die damit verbundene Verletzungsgefahr senken. Somit könnte Vibrationstraining auch eine mögliche Methode zur Sturzprävention darstellen. Hierzu sind jedoch noch weitere Studien notwendig.“

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: http://www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.