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26.01.2006

Vitamin-Präparate mit Beta-Carotin werden für Raucher verboten

Ab 1.5.06 dürfen Raucher keine Vitaminpillen und ähnliche Präparate mit hohem Beta-CarotinBeta-Carotin
Betacarotin wird auch Provitamin A genannt, da der Körper aus Betacarotin Vitamin A bilden kann, das vor allem für den Sehvorgang, das Gewebewachstum und die Abwehr von Krankheitserregern gebraucht wird. Obst und Gemüse sind die wichtigsten natürlichen Quellen des Betacarotins, da es als Pflanzenfarbstoff zum Schutz vor den schädigenden Auswirkungen des Sonnenlichts in vielen Pflanzen enthalten ist.
-Anteil mehr einnehmen, da diese offensichtlich das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern erhöhen. Dies hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte angeordnet.

Beta-Carotin ist eine Vorstufe von Vitamin A. Es ist einerseits in Arzneimitteln enthalten, die als Vitaminersatzpräparate eingenommen werden, wird aber auch als Hilfsstoff zur Färbung von Arzneimitteln verwendet. Noch in den 90er Jahren wurde neben einer Vitamin A-haltigen Ernährung die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin als so genanntes „Rauchervitamin“ zum Schutz gegen Lungenkrebs für Raucher empfohlen. Dieser damals angenommene Nutzen von Beta-Carotin beziehungsweise Vitamin A ist allerdings gar nicht gegeben, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anfang Januar mitgeteilt hat. Jetzt vorliegende Studien weisen - ganz im Gegenteil - auf eine Gefährdung hin!

So haben zwei klinische Prüfungen ergeben, dass Raucher, die Beta-Carotin einnahmen, erheblich öfter an LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
erkrankten als Probanden, die ein Scheinmedikament bekamen. Auch die Sterblichkeit war in der Beta-Carotin-Gruppe erhöht. Nachuntersuchungen haben gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko der Vitamin-Anwender auch sechs Jahre nach dem Ende einer der beiden Studien noch erhöht war. In beiden Studien waren Raucher untersucht worden, die entweder mindestens fünf Zigaretten täglich oder bereits seit längerer Zeit rauchten. Die Tagesdosis Beta-Carotin betrug mindestens 20 Milligramm. Eine vergleichbare Risikoerhöhung für Arzneimittel mit geringerem Beta-Carotin-Gehalt wurde nicht belegt.

Neue Anordnung gilt ab 1.5.06
Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nun verfügt hat, dürfen Raucher vom 1. Mai 2006 an diese Mittel nicht mehr einnehmen. Diese Anordnung gilt für Beta-Carotin-Mengen von mehr als 20 Milligramm (tausendstel Gramm) täglich. Niedriger dosierte Mittel erhalten einen Warnhinweis. Arzneimittel, die Beta-Carotin in geringen Mengen als Farbstoff enthalten, sind nicht betroffen.

Quelle: dpa