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27.09.2005

Viel Vitamin C in Muttermilch als Allergieschutz

Stillen kann Babys davor schützen, eine Überempfindlichkeit gegen Umweltstoffe zu entwickeln. Ausschlaggebend ist dabei aber auch, wie die Mutter sich ernährt. Viel frisches Obst und Gemüse steigern den Vitamin C-Gehalt der Muttermilch, Vitaminpräparate bringen hingegen gar nichts...

Ein vor Allergien schützender Effekt durch Stillen ist schon länger bekannt. Bisher wusste man aber nicht genau, auf welche Bestandteile der Muttermilch er zurückzuführen ist. Finnische Forscher von der Universität Turku fanden jetzt heraus, dass Mütter, die während der Stillzeit viel Vitamin C über die Nahrung zu sich nehmen, ihre Babys besonders gut vor einer so genannten AtopieAtopie
Als Atopie bezeichnet man, die erblich bedingte Veranlagung eine Allergie wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis (Atopische Dermatitis oder auch endogenes Ekzem) zu entwickeln. Das körpereigene Abwehrsystem reagiert übermäßig heftig auf eigentlich harmlose Stoffe in der Umwelt (Allergene). Der Begriff atopisch kommt aus dem Griechischen für ohne Ort, nicht zuzuordnen, verlegt, versetzt, verrückt.
 
 
schützen können. Darunter versteht man die Neigung, bei Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen eine übersteigerte Abwehrreaktion und damit verbundene Erkrankungen zu entwickeln - wie zum Beispiel Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie. Allerdings tritt dieser wünschenswerte Effekt nicht bei der Einnahme von speziellen Vitamin C- oder E-Präparaten auf. Nur frisches Obst und Gemüse enthalten viele so genannte bioaktive Komponenten. Diese wirken sich günstig auf das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
aus und besitzen antioxidative Eigenschaften - das heißt sie können aggressive Stoffe, wie sie bei der Verbrennung von Nahrungsmitteln (Oxidation) entstehen, neutralisieren bzw. in unschädliche Verbindungen umwandeln.

Vitamin E weniger wirksam
Studienteilnehmer waren 65 Mütter, die entweder an Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis litten. Insgesamt zeichnet sich ab, dass ein durch gesunde Ernährung bedingter hoher Vitamin C-Gehalt in der Muttermilch das Risiko des Babys, eine Überempfindlichkeitsreaktion zu entwickeln, deutlich verringert. Auch sind Babys, die mit einer Vitamin C-reichen Milch gestillt wurden, weniger anfällig für eine Atopie als solche, deren Mütter verstärkt Vitamin E zu sich nahmen. Außerdem beobachteten die Forscher, dass Frauen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit Milch mit geringeren Vitamin-C-Spiegeln lieferten, selbst wenn sie ähnliche Vitaminmengen über die Nahrung zu sich nahmen, wie Frauen ohne Unverträglichkeit.

Quelle: www.medscape.com/viewarticle/511119