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13.03.2019

Verteilung von Muskel- und Fettgewebe wirkt sich auf die Funktion der Lungen aus

Im Kindes- und Jugendalter nimmt die jeweilige Körperzusammensetzung hinsichtlich Muskelmasse und Fett auch Einfluss auf die LungenfunktionLungenfunktion
der Heranwachsenden. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung anlässlich des Jahreskongresses der Pneumologen hin, der vom 13. bis 16. März gemeinsam mit der Gesellschaft für Pädiatrische PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
in München veranstaltet wird.

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Der Grundstein für viele Erkrankungen der Lunge wird bereits im Kindesalter gelegt. Unter anderem können sowohl die Gene als auch Umwelteinflüsse wie z. B. Tabakrauch die Lungenentwicklung bei Kindern beeinflussen und sich somit auf die Entstehung und den Verlauf von Lungenerkrankungen im Erwachsenenalter auswirken. Jetzt haben Forscher aus Spanien und Nordirland festgestellt, dass im Kindes- und Jugendalter auch die jeweilige Körperzusammensetzung hinsichtlich Muskelmasse und Fett Einfluss auf die Lungenfunktion der Heranwachsenden nimmt (siehe American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Online-Veröffentlichung am 11.1.2019). Jungen und Mädchen, die vergleichsweise mehr Muskelmasse aufwiesen, besaßen auch eine bessere Lungenfunktion: Sie wiesen ein stärkeres Lungenwachstum auf, so dass sie auch bessere Werte beim Lungenfunktionstest erreichten (betr. Lungenfunktions-Werte wie FVC, FEV1FEV1
Das so genannte FEV1 (= forciertes expiratorisches Volumen in einer Sekunde) - das ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft und möglichst schnell innerhalb einer Sekunde ausatmen kann.
 
 
, FEF25-75, die sich auf die Luftmenge bzw. die Geschwindigkeit beziehen, die bzw. mit der ein Proband nach maximalem Einatmen ausatmen kann). Vergleichsweise mehr Fettgewebe war hingegen bei Jungen, nicht aber bei Mädchen, mit einem geringeren Lungenwachstum und einer geringeren Lungenfunktion verbunden. 

Gesamtkörpermasse lässt keine Rückschlüsse auf die Verteilung von Fett- und Muskelmasse zu

Bisherige Studien hatten widersprüchliche Zusammenhänge zwischen der gesamten Körpermasse (Gewicht/Körpergröße) und der Lungenfunktion ergeben. Allerdings lässt die Gesamtkörpermasse keine Rückschlüsse auf die Verteilung von Fett- und Muskelmasse zu. Um also zwischen Muskel- und Fettmasse unterscheiden zu können, haben die Forscher ihre Messungen an rund 7000 Kindern aus einer „Children of the 90ies“-Längsschnittstudie in einem Alter zwischen acht und 15 Jahren mit einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie (mit der sich die Anteile an Fett- und Muskelgewebe bestimmen lassen) kombiniert.

Körperzusammensetzung – nicht gesamte Körpermasse – berücksichtigen!

„Auch die Körperzusammensetzung in Kindheit und Jugend scheint also für die Entwicklung und Gesundheit der Lungenfunktion im Erwachsenenalter bedeutsam zu sein, wobei natürlich auch noch weitere Faktoren die Lungenfunktion beeinflussen können - wie z.B. das Geburtsgewicht, das Alter bei Pubertätsbeginn oder auch Passivrauchen in der Kindheit bzw. Schwangerschaft. Die Studienergebnisse zeigen, dass bei Untersuchungen von Kindern zur Beurteilung ihres Körpergewichts die Körperzusammensetzung – und nicht nur die Gesamtkörpermasse – berücksichtigt werden sollte“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach.

Jahreskongress der Lungenärzte in Kooperation mit der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie

Studien mit Erwachsenen liefern ebenfalls oft Erkenntnisse, von denen auch Heranwachsende profitieren können. Um den wechselseitigen Austausch der Fachbereiche Pneumologie und Pneumologische Pädiatrie zu intensivieren, wird der diesjährige Kongress der Lungenärzte von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) gemeinsam mit Experten der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie vom 13. bis 16. März in München veranstaltet.

Quelle: äin-red

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