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02.06.2022

Verdienste um die pneumologische Beatmungsmedizin

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema „Pneumologische Beatmungsmedizin“ wurde Prof. Wolfram Windisch der Oskar-Medizinpreis im Rahmen des DGP-Kongresses in Leipzig überreicht.

Der Oskar-Medizinpreis über 50.000 Euro geht in diesem Jahr an den stellvertretenden Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP), Prof. Wolfram Windisch. Der Chefarzt der Lungenklinik Köln-Merheim, Kliniken der Stadt Köln, sowie Inhaber des Lehrstuhls für Pneumologie an der Universität Witten/Herdecke erhält die Auszeichnung der Stiftung Oskar-Helene-Heim für seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema „Pneumologische Beatmungsmedizin“. Dazu zählen die Behandlung zahlreicher Erkrankungen der Lunge und der Atemmuskulatur.

In der Begründung des Jury-Vorsitzenden Prof. Robert Loddenkemper heißt es: Der Preisträger habe sich – gerade auch zur Corona-PandemiePandemie
Unter einer Pandemie versteht man eine sich weit verbreitende und dabei ganze Länder oder Kontinente erfassende Krankheit.
Vermischen sich beispielsweise die Erbinformationen von zwei verschiedenen Influenza-Viren in einem Zwischenwirt (z.B. Schwein), tritt ein neuer Virus-Typ mit noch unbekannten Eigenschaften auf. Dieser so genannte Subtyp kann sich schnell ausbreiten, da die Menschen gegen diesen Erreger weder über natürliche noch infolge einer Schutzimpfung aufgebaute Antikörper verfügen. Der jährliche Grippe-Impfschutz erfasst zwar neue Varianten des Influenza-Virus (d.h. leichteVeränderungen in der Oberflächenstruktur), aber keine komplett neuartigen Subtypen. Bricht eine Pandemie aus, muss daher schnell ein Impfstoff gegen den neuen Subtyp entwickelt werden und/oder ein antiviral wirksames Medikament flächendeckend eingesetzt werden.
– große Verdienste erworben um die Fortentwicklung der nicht-invasiven Beatmung und ihren gesundheitspolitischen Konsequenzen.

„Ich freue mich unglaublich über diese Auszeichnung und fühle mich sehr geehrt, da ich den Oskar-Medizinpreis auch als eine Gesamtauszeichnung meines beruflichen Lebensthemas verstehe“, erklärt Windisch. Sein Thema, das ist das gesamte Feld der pneumologischen Beatmungsmedizin: von der Sauerstoff-Applikation über die außerklinische nicht-invasive und die invasive Beatmung, die Beatmungsentwöhnung (weaning) bis hin zur Beatmung auf der Intensivstation. Davon zeugen mehr als 150 wissenschaftliche Originalpublikationen, die Mitarbeit an mehr als 20 Leitlinien, Empfehlungen beziehungsweise Positionspapiere zu allen relevanten Aspekten der Beatmungsmedizin sowie rund 150 weitere Publikationen in Form von Übersichtsartikeln, Buchbeiträgen, Falldarstellungen und wissenschaftlichen Kommentaren. „Allein in den vergangenen drei Jahren erschienen 64 Publikationen inklusive zahlreicher nationaler und internationaler Empfehlungen, die sich hauptsächlich mit den verschiedenen Formen der respiratorischen Insuffizienz bei COVIDCOVID
siehe "Was ist Covid?"
-19 sowie der außerklinischen Beatmung befassen“, umschreibt Juror Loddenkemper die Leistungen des Preisträgers. „Damit hat sich Wolfram Windisch national und international einen Namen erworben.“

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld wird Windisch in zukünftige Forschungsprojekte der pneumologischen Beatmungsmedizin investieren. Deren zentrale Schwerpunkte liegen in der Etablierung von modernen Versorgungsstrukturen in Deutschland, der Verbesserung der individuellen Lebenssituation und Lebensqualität von Patienten sowie der technischen Weiterentwicklung der Beatmungsmedizin. Dies kommt beispielsweise Menschen zugute, die an neuromuskulären Erkrankungen, einem Versagen der Beatmungsentwöhnung oder der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD leiden, welche zumeist auf das Rauchen zurückzuführen ist. „Es ist sehr wichtig, dass wir zukünftig wissenschaftlich basierte Argumente für oder auch gegen bestimmte Behandlungskonzepte und Vorgehensweisen bei der Beatmung von Patienten formulieren können. Nur so können wir sowohl die Unterversorgungen, aber auch Fehlversorgungen und Überversorgungen in Deutschland in der außerklinischen Beatmung vermeiden. Diese würden zwangsläufig entstehen, wenn medizinische Entscheidungsprozesse zunehmend primär ökonomischen Interessen folgen“, betont Windisch.

Übergeben wurde der Oskar-Medizinpreis der Stiftung Oskar-Helene-Heim von Professor Wolfgang Kuhla, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Mitglied der Medizinpreis-Jury. In der Laudatio von Prof. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, heißt es: „Der Oskar-Medizinpreis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen und unterstützt die Forschung, für die der jeweilige Preisträger steht. Der Preis unterstützt jedoch auch Persönlichkeiten, Menschen, für die eine medizinische Fragestellung zur Passion geworden ist, die neugierig sind auf neue Erkenntnisse, und dies immer mit Blick auf den kranken Menschen und dessen Leiden. Diese Passion, Neugierde und Leidenschaft haben Wolfram Windisch bis heute angetrieben. Wenige haben einen solchen prestigeträchtigen Preis so verdient wie er.“

Die Berliner Stiftung des bürgerlichen Rechts Oskar-Helene-Heim fördert die Wissenschaft und Forschung auf verschiedenen Gebieten der Medizin. Im Rahmen einer besonderen Fördermaßnahme verleiht die Stiftung jährlich den mit 50.000 Euro dotierten Oskar-Medizinpreis, einen der höchstdotierten Medizinpreise in Deutschland. Mit diesem Medizinpreis werden 2022 hervorragende Leistungen gewürdigt und die Weiterführung von Forschungen unterstützt, die sich auf dem Gebiet der Pneumologie mit pneumologischer Beatmungsmedizin befassen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)