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30.04.2018

Ursache für allergisches Asthma gefunden

Schuld an Asthmaanfällen ist ein Protein namens Interleukin 33 (IL-33), das bei Kontakt mit Proteasen in überaktive Fragmente zerfällt, die Kettenreaktionen auslösen und allergische Symptome hervorrufen. Das haben Forscher in Frankreich herausgefunden.

© Juan Gaertner_Fotolia.com

Allergisches Asthma wird durch eine Überfunktion des Proteins Interleukin 33 (IL-33) ausgelöst. Das haben Forscher des CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) und des INSERM (französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung) herausgefunden. Gelänge es, diesen Mechanismus zu blockieren, würden sich neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

Beim allergischen Asthma wird der asthmatische Anfall durch AllergeneAllergene
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
wie Milben, Pollen oder Schimmelpilze ausgelöst. Gelangen diese in die Atemwege, setzen sie EnzymeEnzyme
Das sind (für den Stoffwechsel aller Lebewesen) unentbehrliche Eiweißkörper, die als Biokatalysatoren biochemische Vorgänge ermöglichen, sie beschleunigen und in eine gewünschte Richtung ablaufen lassen, ohne selbst dabei verändert zu werden. Es gibt eine große Anzahl verschiedener Enzyme, jedes ist für einen bestimmten Vorgang zuständig. Enzyme funktionieren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip, das heißt jedes Enzym hat eine spezielle Eiweißstruktur, die es befähigt, den Stoff, dessen Reaktion es steuern soll, gezielt zu erkennen (Substratspezifität). So sind im Organismus gleichzeitig eine Vielfalt von unterschiedlichen Stoffwechselvorgängen möglich. 
(Protein abbauende Proteasen) frei. Wissenschaftler der Universität Paul-Sabatier in Toulouse, unter der Federführung des CNRS und des INSERM, haben jetzt einen Mechanismus entdeckt, der die Auslösung eines Asthmaanfalls erklärt: Das Protein IL-33 zerfällt bei Kontakt mit den Proteasen in überaktive Fragmente, die Kettenreaktionen auslösen, welche wiederrum für allergische Symptome verantwortlich sind.

Bei ihrer Untersuchung reagierte das IL-33 auf 14 gängige Allergene: verschiedene Pollenarten, Milben, Pilzsporen und chemische Produkte, die in bestimmten Arbeitsbereichen genutzt werden, z.B. Subtilisin in einigen Reinigungsmitteln. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher versuchen, die Überfunktion des IL-33 zu blockieren, um schwere Asthmaanfälle zu verhindern.

Quelle: Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, Wissenschaftliche Abteilung