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12.12.2012

Tipps und Unterstützung für Asthmatiker am Arbeitsplatz

Auch nicht berufsbedingtes Asthma kann am Arbeitsplatz zu Beschwerden führen und Probleme machen. Betroffene wissen häufig nicht, an wen sie sich mit ihrer Problematik wenden sollen, da vonseiten der Arbeitsmedizin keine speziellen Leistungsangebote (wie für berufsbedingtes Asthma) zur Verfügung stehen. Deshalb hat der Bundesverband der Pneumologen (BdP) gemeinsam mit dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW e.V.) und Experten für Arbeitsmedizin und Lungenheilkunde eine Initiative namens Asthma & Arbeit gegründet. Wer als Asthmatiker unter Beschwerden am Arbeitsplatz leidet, sollte z.B. auf das Betreiben einer Klimaanlage im Zimmer verzichten, einen Luftbefeuchter verwenden und verstaubte Oberflächen regelmäßig feucht abwischen.

Asthma bronchiale kann auch am Arbeitsplatz Beschwerden und damit Probleme verursachen. „Eine Umfrage zeigt, dass ein Viertel der Arbeitnehmer mit Asthma bereits ernste berufliche Konsequenzen wegen ihrer Erkrankung hinnehmen mussten; die Hälfte der Befragten fühlt sich durch das Asthma in ihrer Leistungsfähigkeit bei der Arbeit eingeschränkt“, berichtet Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen in Deutschland (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt in Augsburg. „Neben Stressbelastung können am Arbeitsplatz z.B. auch Stäube, trockene Atemluft oder Schimmelsporen asthmatische Symptome hervorrufen oder verschlimmern. Insbesondere Klimaanlagen produzieren eine sehr trockene Luft und können zudem Schadstoffe im Raum verteilen, was die Gefahr für Atemwegsinfektionen erhöht. Teppiche und Vorhänge sind altbekannte Staubfänger, aber auch Bürogeräte wie Drucker und Kopierer verstauben leicht und können darüber hinaus Tonerstäube oder Ozon abgeben, die die Atemwege reizen. Schließlich können auch Schimmelpilzsporen, die sich oft hinter Wandverkleidungen oder auch in Blumentopferde verstecken, bei empfindlichen Personen asthmatische Beschwerden bis hin zum Asthmaanfall auslösen. Betroffene Patienten sollten daher in ihrem Arbeitszimmer auf den Betrieb einer Klimaanlage verzichten, stattdessen den Raum mehrmals täglich lüften und zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit einen Luftbefeuchter verwenden, der allerdings regelmäßig gereinigt werden muss, damit sich kein Schimmel bildet. Außerdem sollten alle Oberflächen am Arbeitsplatz – insbesondere Schreibtisch, Computer und Tastatur – täglich feucht abgewischt werden. Drucker, Kopierer und andere Geräte sind in einem separaten, ebenfalls gut belüfteten Raum aufzustellen, um sich Reizstoffen wie Tonerstaub und Ozon so wenig wie möglich auszusetzen.“

Initiative Asthma & Arbeit will Arbeitsleben von Berufstätigen mit Asthma verbessern

Während für Patienten mit berufsbedingtem Asthma – also anerkannten Berufskrankheiten wie z.B. Bäckerasthma oder Farmerlunge - vonseiten der Arbeitsmedizin umfangreiche Leistungsangebote zur Verfügung stehen, sind solche klar definierten Regelungen beim wesentlich häufiger vorkommenden, nicht berufsbedingten Asthma, das am Arbeitsplatz zu Beschwerden führt, nicht gegeben. „Bei diesen Patienten entsteht oft ein großer Leidensdruck, zumal sie häufig nicht wissen, an wen sie sich mit ihrer Problematik wenden sollen", erläutert Dr. Andreas Hellmann. „Aus Angst vor Nachteilen scheuen sich viele, über ihre gesundheitlichen Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen zu sprechen. Dabei wünschen sich die meisten Informationen und kompetente Unterstützung, vermissen aber entsprechende Angebote.“ Um die Situation von Berufstätigen mit Asthma im Arbeitsleben zu verbessern, hat der Bundesverband der Pneumologen (BdP) deshalb gemeinsam mit dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW e.V.) und Experten für Arbeitsmedizin und Lungenheilkunde eine Initiative namens Asthma & Arbeit gegründet. Auf der Webseite der Initiative www.asthma-arbeit.de finden Interessierte umfangreiche Hintergrundinformationen zum Umgang mit der Erkrankung Asthma im Berufsleben und Leistungsansprüchen, sowie weiterführende Literatur und Links zu Beratungsstellen. „Wir wollen vor allem Berufstätigen, bei denen Asthma keine Berufskrankheit ist, wie auch betrieblichen Führungskräften und den behandelnden Ärzten Informationsmöglichkeiten an die Hand geben und deren Zusammenwirken konkret verbessern“, betont Hellmann.