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25.11.2020

Therapiefortschritte bei Lungenkrebs

Im Monat November steht das Thema Lungenkrebs weltweit im Fokus. Damit soll mehr Bewusstsein für die Erkrankung und ihre Ursachen sowie die Behandlungsoptionen geschaffen werden.

LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
ist der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge die häufigste Tumorerkrankung weltweit. „Durch die Einführung moderner Medikamente konnten Behandlungsergebnisse und Verträglichkeit deutlich verbessert werden", berichtet Oberarzt Dr. Maximilian Hochmair, Leiter der onkologischen Tagesambulanz/Tagesklinik, Abteilung für Innere Medizin und PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
in der Klinik Floridsdorf in Wien. Neben herkömmlichen Methoden wie Chirurgie, Chemo- und Strahlentherapie stehen nun auch zielgerichtete Therapien sowie Immuntherapie zur Verfügung.

Bei zielgerichteten Therapien zum Einsatz kommende Medikamente richten sich gegen bestimmte Faktoren, die das Tumorwachstum fördern. Man versucht also, die Krebszellen direkt anzugreifen, indem man zum Beispiel die Mechanismen bekämpft, die für das Zellwachstum verantwortlich sind. Vorteil: Meist handelt es sich bei dieser Therapie um Tabletten zum Schlucken (in vielen Fällen nur einmal täglich), die der Patient zuhause einnehmen kann. Sie zeichnen sich gegenüber Chemotherapie durch eine deutlich bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit aus. Darüber hinaus kann bei Betroffenen durch eine einfache Blutabnahme zirkulierende Tumor-DNA nachgewiesen werden. Dadurch ist es möglich, ein Wiederaufflammen der Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Als weitere innovative Option zur Behandlung von Lungenkrebs steht die Immuntherapie zur Verfügung. Sie zielt darauf ab, das eigene ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
der Betroffenen so zu aktivieren, dass es den Tumor als krank/fremd erkennt und ihn daher bekämpfen kann. Denn Krebszellen können sich vor dem Immunsystem tarnen, so dass die körpereigenen Abwehrzellen die Tumore nicht erkennen und somit nicht angreifen. Dies erreichen Tumore beispielsweise, in dem sie die Aktivität von Immunzellen hemmen oder sogenannte Immun-Checkpoints manipulieren.

Die Verbesserung der Behandlungsergebnisse beruht v.a. auf Forschungsergebnissen, die Lungenkrebs individuell bestimmen. Jeder Tumor besitzt spezifische Merkmale: Gewebeart, Stadium der Ausbreitung und molekularbiologische Eigenschaften werden bei der Therapieentscheidung berücksichtigt. Durch maßgeschneiderte Therapiekonzepte gelingt es zunehmend besser, Patienten eine individuell optimierte Behandlung mit bestmöglicher Wirksamkeit und Verträglichkeit anzubieten. „Selbst bei fortgeschrittenem Lungenkrebs ist es immer häufiger möglich, das Leben bei guter Lebensqualität deutlich zu verlängern“, erklärt Maximilian Hochmair.

Welch überzeugende Erfolge bereits möglich sind, illustriert die Krankheitsgeschichte des Patienten Robert Schüller. Er bekam 2008, im Alter von 50 Jahren, die Diagnose Lungenkrebs. „Die Ärzte gaben mir damals eine Überlebenschance von maximal zwei Jahren“, erzählt Robert Schüller. Nach vielen Jahren mit belastenden Chemotherapien wurde er auf eine neue zielgerichtete Krebstherapie zum Schlucken umgestellt. Mit dieser neuen Behandlung bekam sein Leben wieder eine völlig neue Qualität. „Ich nehme jeden Abend vor dem Schlafengehen eine Tablette ein. Es treten keinerlei unangenehme Nebenwirkungen auf. Ich fühle mich sehr gut, kann zum Beispiel arbeiten, mit dem Hund spazieren gehen oder Rad fahren. Meine Blut- und Leberwerte haben sich normalisiert. Die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen sind äußert beruhigend. Mittlerweile lebe ich bereits elf Jahre mit der Erkrankung“, berichtet Robert Schüller.

Quelle: pressetext 20.11.20