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02.03.2011

Starkes Rauchen kann auch Altersdemenz und Alzheimer verursachen

Wer im Alter von 50 bis 60 Jahren pro Tag mehr als zwei Packungen Zigaretten raucht, ist im Vergleich zu Nichtrauchern doppelt so stark gefährdet, zwei Jahrzehnte später an einer Demenz zu erkranken. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin unter Berufung auf eine aktuelle Studie.

Starke Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an Altersdemenz zu erkranken. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin. „Wer im mittleren Alter von 50 bis 60 Jahren täglich mehr als zwei Packungen Zigaretten raucht, ist im Vergleich zu Nichtrauchern doppelt so stark gefährdet, zwei Jahrzehnte später eine Demenz zu entwickeln“, erläutert Prof. Dr. Stefan Andreas, Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen. „Dieses Risiko hängt direkt von der Anzahl der gerauchten Zigaretten ab und steigt bereits deutlich (um 34 Prozent), wenn pro Tag mehr als eine halbe Packung Zigaretten geraucht wird. Das hat ein Forscherteam aus Finnland, Schweden und Kalifornien in einer Untersuchung mit über 21.000 Studienteilnehmern nachgewiesen (siehe Archives of Internal Medicine, Online-Vorabveröffentlichung am 25.10.20101).“

Verstopft nicht nur Gefäße, sondern schädigt offenbar auch den Hirnstoffwechsel

Rauchen fördert also nicht nur die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und erhöht damit das Risiko für Herzinfarkte und SchlaganfälleSchlaganfälle
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
, sondern wirkt sich nachweislich auch negativ auf die kognitive Entwicklung im Alter aus. „Das betrifft nicht nur Formen der gefäßbedingten (vaskulären) Altersdemenz, die auf eine beeinträchtigte Sauerstoffversorgung des Gehirns zurückzuführen sind“, erklärt Prof. Andreas. „Den Forschern zufolge erhöht starkes Rauchen im mittleren Alter offenbar auch das Risiko für Alzheimer, was darauf hinweist, dass langjähriges Rauchen nicht nur die Blutgefäße verstopft, sondern auch den Stoffwechsel von Hirnzellen schädigen kann. Insgesamt zeigt die Studie ganz deutlich, dass das Gehirn gegenüber den Langzeitauswirkungen von starkem Tabakkonsum nicht immun ist.“