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22.02.2017

Singen kann Patienten mit COPD zu mehr Atemluft und Lebensqualität verhelfen

Viele Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD leiden trotz Rauchstopp und Medikamenten unter Atemnot, die ihre Alltagsaktivitäten und Mobilität einschränkt und dadurch soziale Isolation, Depressionen und Ängste verursachen kann. Durch aktives Singen - z.B. durch die regelmäßige Teilnahme an einer Gesangsgruppe - können Betroffene ihre Atemnot lindern und ihre Lebensqualität verbessern. „Singen fördert erstens das Erlernen einer besseren Atemtechnik, was die Atemnot der Patienten verringern hilft, und fördert zweitens den Umgang mit anderen Menschen, was dazu beitragen kann, mögliche Depressionen, Ängste und eine Vereinsamung der Patienten zu verhindern“, erläutert Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt in einer Augsburger Gemeinschaftspraxis. Diese Effekte, die bisher nur in einzelnen, kleineren Studien aufgezeigt wurden, sind jetzt in einer aktuell veröffentlichten Übersichtsstudie nachgewiesen worden, die sechs verschiedene Untersuchungen zu den Effekten einer regelmäßigen Teilnahme an einer Gesangsgruppe auf die Lebensqualität von COPD-Patienten analysiert hat (siehe Primary Care Respiratory Medicine, Online-Veröffentlichung am 1.12.2016).

Trainiert das Zwerchfell und macht Spaß
Zwar kann Singen nicht direkt die Lungenfunktion und körperliche Belastbarkeit von COPD-Patienten verbessern. „Richtiges Singen zu erlernen, erfordert aber eine gute Kontrolle über die eigene Atmung und Körperhaltung. Dadurch erlernen die Teilnehmer einer Gesangsgruppe, ihren Atem besser zu nutzen, wodurch sie auch ihre körperliche Fitness steigern können“, erklärt Dr. Hellmann. Beim Singen lernt man, tiefere Atemzüge zu nehmen, und trainiert dadurch die Atemmuskulatur, insbesondere das Zwerchfell. „Außerdem macht Singen Spaß, was ebenfalls die Lebensqualität steigert. So lässt sich das Atemtraining mit dem Angenehmen und Positiven verbinden. Insgesamt zeichnet sich in der aktuellen Überblicksstudie ab, dass Singen positive psychische, physische und soziale Effekte für COPD-Patienten hat und zudem frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist“, betont Dr. Hellmann.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.