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07.02.2006

Schwimmen für Asthmatiker empfohlen

Schwimmen ist eigentlich eine ideale Sportart für Asthmatiker. Jetzt weist eine belgische Untersuchung darauf hin, dass stark gechlorte Hallenbäder Asthma-Anfälle auslösen können, vor allem bei Kindern, die bereits zu Allergien neigen...

Schwimmkurse in stark chlorierten Hallenbädern können das Risiko von Kindern beträchtlich erhöhen, eine asthmatische oder andere chronische Lungenerkrankung zu entwickeln. Darauf weisen die Lungenfachärzte vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) mit Bezug auf eine aktuelle Untersuchung aus Belgien hin. „Dabei sind insbesondere kleine Kinder unter zwei Jahren gefährdet, da sich ihre Lungen noch in der Entwicklung befinden“, betont Dr. Michael Barczok, niedergelassener Pneumologe im Lungenzentrum Ulm und Medienbeauftragter des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). „Vor allem Kinder, die zu Allergien neigen, können eine Überempfindlichkeit gegenüber Chlor entwickeln. Das betrifft in unserer Bevölkerung etwa 30 % der Kinder. Bei diesen kann dann auch stark nach Chlor riechende Schwimmbadluft Asthmaanfälle auslösen.“

Dabei wird Asthmatikern Schwimmen als Idealsportart empfohlen!
„Dieser aufgedeckte Zusammenhang zwischen Chlor und der Auslösung von Asthma bei Kindern ist besonders alarmierend, weil Schwimmen gerade für Asthma-Patienten eigentlich die ideale Sportart darstellt und von ärztlicher Seite auch empfohlen wird“, erläutert Barczok. „Denn normalerweise beruhigt die warme, angefeuchtete Luft in der Schwimmhalle die überempfindlichen Atemwege von Asthmatikern und senkt damit ihr Risiko für Asthmaanfälle, die bei ihnen ja auch schon allein durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden können. Dieses so genannte Belastungsasthma kann allerdings bei vielen anderen Sportarten, wie zum Beispiel Joggen - insbesondere wenn sie in der kalten Wintersluft ausgeführt werden – noch viel leichter auftreten.“

Auf gute Belüftung und Hygiene im Schwimmbad achten
Vornehmlich schlecht belüftete Schwimmhallen, deren Wasserqualität zudem hygienische Mängel aufweist, stellen das größte Risiko dar: Wie die an der belgischen Universität in Louvain durchgeführte Untersuchung aufgezeigt hat, ist der Gehalt an Trichloraminen in der Luftschicht über Kinderschwimmbecken um 50 % im Vergleich zu Erwachsenenbecken erhöht. „Wenn Chlor im Wasser mit Urin oder Schweiß reagiert, entsteht der Reizstoff Trichloramin, der die Schleimhäute in den Atemwegen und Augen reizt“, erklärt Barczok. Deshalb sollten Schwimmhallen über eine gute Belüftung verfügen und die wasserhygienischen Standards peinlich genau einhalten. „Wenn es aber stark nach Chlor riecht, sollte man vorsichtig sein, denn dann könnte die Belastung durchaus zu hoch sein,“ warnt Barczok. Anstelle von Chlor können in Schwimmbädern auch chlorfreie Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit UV-Licht, zum Einsatz kommen. „Solche Badeanstalten sollten bei der Wahl eines Schwimmkurses für den Sprössling – vor allem wenn er jünger als zwei Jahre ist – bevorzugt werden“, rät Barczok. Lesen Sie hier bei den Lungenärzten-im-Netz weitere Informationen über die Vermeidung von Asthma-Triggern, Tipps für Asthmatiker bezüglich Freizeitgestaltung und die Behandlung von Asthma.