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15.01.2006

Schnarchen kann gefährlich sein

Schnarchen ist weit verbreitet: Fast jeder dritte Mann und jede fünfte Frau tut es. Das kann nicht nur die Schlafqualität des Bettnachbarn stören, sondern unter Umständen auch der eigenen Gesundheit schaden. Schlimmstenfalls bringen die Betroffenen sich damit sogar in Lebensgefahr.

Zwar sind überwiegend übergewichtige Männer von der so genannten Schlafapnoe betroffen. Dennoch schnarcht fast jeder dritte Mann und jede fünfte Frau. Bei jedem zehnten Betroffenen werde die Luftröhre blockiert, und die Atmung setze immer wieder aus, teilte Anfang Januar die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg mit. „Das Gehirn schlägt dann sofort Alarm, der Betroffene wacht auf und holt mit einem lauten Schnarcher erneut Luft. Dies kann sich die ganze Nacht wiederholen, meist ohne dass der Schnarcher die Schlafunterbrechungen bewusst bemerkt“, erklärt die Ärztin Maria Schwormstedt von der TK. In schweren Fällen setze die Atmung mehrere hundert Mal pro Nacht aus. Betroffene fühlten sich deshalb am nächsten Tag müde und abgespannt. Der nächtliche Sauerstoffmangel belaste außerdem das Herz-Kreislaufsystem, und das Risiko für BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
, HerzrhythmusstörungenHerzrhythmusstörungen
Störungen der Herzschlagfolge als Ausdruck einer Störung oder bleibenden Schädigung im Bereich des Reizleitungssystems des Herzens. 
, Herzinfarkt und SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
steige deutlich. Im Extremfall könne Schnarchen tödlich enden.

Bei Herzrasen sofort zum Arzt
„Zum Arzt sollten Schnarcher gehen, wenn sie nachts mit Herzrasen aufwachen, während der Nacht häufig zur Toilette gehen müssen und tagsüber müde sind oder sich nur schwer konzentrieren können“, empfiehlt Schwormstedt. Der Arzt könne organische Ursachen wie ein verlängertes Zäpfchen, eine Nasenscheidewand-Verkrümmung oder vergrößerte Mandeln und Polypen feststellen und behandeln. Gemeinsam mit dem Gesundheitsmagazin „Healthy Living“ bietet die Techniker Krankenkasse ein Expertentelefon zum Thema Schnarchen: 01802 / 11 22 66.

Quelle: Netzeitung