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17.09.2014

Schlafen auf Tierfellen kann Asthma-Risiko von Kindern senken

Werden Säuglinge in ihren ersten drei Lebensmonaten auf ein Tierfell gebettet, haben sie als Sechsjährige ein um 79 Prozent geringeres Asthma-Risiko. Auch im Alter von zehn Jahren erleiden sie 41 Prozent weniger Asthma-Anfälle als gleichaltrige Kinder ohne Tierfell-Kontakt. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer Studie, die kürzlich auf dem internationalen Lungenkongress der European Respiratory Society vorgestellt wurde.

Säuglinge, die in ihren ersten drei Lebensmonaten auf Lammfell oder ein anderes Tierfell gebettet wurden, haben ein geringeres Risiko, an Asthma zu erkranken. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam unter Berufung auf die Ergebnisse einer Studie von Forschern des Helmholtz Zentrums München mit über 2400 Kindern des Jahrganges 1998, die kürzlich auf dem internationalen Lungenkongress der European Respiratory Society vorgestellt wurde (siehe Posterdiskussion auf dem ERS-Kongress in München am 8.9.2014 . „Mit Tierfell erlitten die Kinder im Alter von sechs Jahren um 79 Prozent weniger Asthma-Anfälle, als Kinder, die ohne Tierfell geschlafen hatten. Auch im Alter von zehn Jahren war ihr Asthma-Risiko noch um 41 Prozent geringer als ohne Tierfell“, berichtet Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Pneumologe in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde in Augsburg. „Das ist ein interessanter Hinweis für werdende Eltern, die das Asthma-Risiko ihrer Kinder verringern wollen, insbesondere wenn sie selbst Allergiker sind.“

Schützt ähnlich wie Aufwachsen in ländlicher Umgebung oder direkter Kontakt mit Tieren

Es gibt verschiedene Gründe für die Entwicklung eines Asthma bronchiale, auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Das zunehmend keimfreie Milieu in modernen, städtischen Gesellschaften, in dem Kleinkinder aufwachsen, scheint mit ein Grund dafür zu sein, warum die Häufigkeit von Asthma und Allergien in den Industrienationen seit Jahrzehnten zunimmt und deutlich höher ist als in Entwicklungsländern. „Demgegenüber ist schon länger bekannt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Asthma und Allergien erkranken. Man nimmt an, dass der frühe und regelmäßige Kontakt mit bestimmten Bakterien aus Heu, Stroh und Tierzucht das Risiko für diese Erkrankungen senkt – und zwar umso besser, je größer die Vielfalt der vorhandenen Mikrobenwelt ist,“ erläutert Dr. Hellmann. „Offenbar können auch Tierfelle ein Reservoir für solche Mikroben darstellen, selbst wenn die verantwortlichen Bakterien, die in den Fellen stecken, von den Forschern noch zu identifizieren sind. Somit scheint das Betten von Stadtkindern auf Tierfellen einen gewissen Schutz vor Asthma und Allergien zu vermitteln, dem ähnliche Mechanismen zugrunde liegen wie das Aufwachsen in ländlicher Umgebung oder ein direkter Kontakt mit Tieren.“

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Lungenärzte-im-Netz verlinken.