LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

13.09.2010

Schimmelpilze können allergisches Asthma auslösen

Eine Wohnung mit Schimmelbefall ist insbesondere für Allergiker gesundheitsgefährdend. Wenn Beschwerden wie Schnupfen, verstopfte Nase, Husten oder tränenden Augen auftreten, sollte man die Schimmelbeläge möglichst bald vom Fachmann beseitigen lassen.

Schimmel in der Wohnung kann für Allergiker schwere Auswirkungen haben. Im schlimmsten Fall bekommen Betroffene durch Schimmelpilze sogar allergisches Asthma, warnt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach. Dabei können Symptome einer Schimmelpilz-Allergie – wie Schnupfen, verstopfte Nase, Husten oder tränende Augen - denen anderer Allergien wie Heuschnupfen ähneln. Wer diese ersten Anzeichen bei sich entdeckt, sollte zunächst auf Spurensuche gehen. Nehmen die Beschwerden in der Wohnung oder im Freien zu? „Vielleicht hat der Betroffene nur Beschwerden im Innenraum. Dann muss er sich überlegen, ob eventuell Hausstaubmilben, das Haustier, Inhaltstoffe aus Baumaterialien, neue Möbel oder womöglich auch Schimmelpilze als Auslöser infrage kommen“, rät die Expertin. Bei einem Verdacht sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, der eine Allergiediagnostik durchführen kann.

Sollte tatsächlich eine Schimmelpilzallergie der Grund für die Beschwerden sein, muss schnell die Ursache des Befalls gefunden und beseitigt werden. „Allergiker sowie Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen oder einem geschwächten ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
sollten von vornherein keine Sanierungsarbeiten selbst durchführen oder dabei anwesend sein“, betont Schwalfenberg. Bei größeren versteckten Schimmelpilzbefällen sollte die Suche nach der Ursache sowie die Sanierung in fachkundige Hände übergeben werden.

Zwar muss nicht jeder Mensch allergisch auf Schimmelpilze reagieren. Hohe Schimmelpilzkonzentrationen können aber auch bei gesunden Menschen die Atemwege reizen. Im Allgemeinen stelle Schimmel für diese Gruppe jedoch kein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. „In seltenen Fällen kann es bei stark immungeschwächten Menschen zu Schimmelpilzinfektionen kommen“, erläutert Schwalfenbach, die für den DAAB auch Betroffene berät. Zu stark immungeschwächten Menschen können zum Beispiel auch ältere Menschen oder frisch operierte Patienten zählen.

Quelle: dpa