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19.05.2011

Rückblick auf ein erfolgreiches Symposium Lunge 2011

In diesem Jahr kamen über 2.100 Teilnehmer zum Symposium Lunge 2011, das am 7. Mai 2011 in Hattingen an der Ruhr (NRW) mit großem Erfolg veranstaltet wurde. Wer nicht teilnehmen konnte, kann hier die wichtigsten Dinge nachlesen und findet auch einen Link auf die Vorträge, die von Lungenspezialisten zum Thema Behandlungsmöglichkeiten bei COPD und Lungenemphysem gehalten wurden.

Am 7. Mai 2011 fand in Hattingen, Ruhr (NRW) das Symposium Lunge 2011 statt, das in diesem Jahr unter folgendem Motto lief: COPD und Lungenemphysem - Von der Diagnose bis zur Lungentransplantation - Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen den Betroffenen heutzutage zur Verfügung? Veranstalter des Symposiums waren wie in den vergangenen Jahren – jetzt zum 4. Mal - drei Patientenorganisationen: COPD-Deutschland e.V., Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD Deutschland und Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Das Symposium richtete sich an Patienten mit einer chronisch obstruktiven (einengenden) Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem (Lungenüberblähung) - auch COPD (aus dem Englischen: Chronic Obstructive Pulmonary Disease) genannt -, und deren Angehörigen, die bei der Bewältigung der Krankheit eine wichtige Rolle spielen. Es wurden zwei Workshops zum Thema stationäre Rehabilitation angeboten. Erstmals wurden dabei auch die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, auch schwerhörigen Patienten eine Teilnahme am Symposium zu ermöglichen. Dieses Angebot wurde von vielen Betroffenen dankbar in Anspruch genommen.

Insgesamt haben 2112 Teilnehmer das Symposium Lunge 2011 besucht - das heißt über 400 mehr Menschen als im bisher erfolgreichsten Jahr 2008! Eröffnet wurde die eintägige Veranstaltung von Jens Lingemann, Hattingen, dem Initiator und Organisator des Symposiums und gleichzeitigem Gründer und Koordinator der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD Deutschland sowie Vorsitzender des COPD-Deutschland e.V. In seiner Begrüßung wies er darauf hin, dass die drei Veranstalter insbesondere darum stets bemüht sind, COPD-, Emphysem- und auch Asthmapatienten bundesweit Rat und Hilfe anzubieten.

Ein Filmteam beauftragt von den Organisatoren hat die gesamte Veranstaltung mit vier Kameras aufgenommen. Aus dem Filmmaterial soll wie in den zurückliegenden Jahren eine DVD erstellt werden. Bestellungen können jedoch erst ab Ende Juli beim COPD-Deutschland e.V. getätigt werden. Darüber hinaus war ein Filmteam vor Ort, um eine aktuelle Berichterstattung zum Thema COPD für den WDR und den SWR zu erstellen. Auch der WDR Dortmund war mit einem Kameramann vertreten.

Die COPD ist bereits heutzutage eine Volkskrankheit, an der nach einer großen Erhebung im Jahre 2007 mehr als 6 Millionen Deutsche im Alter von über 40 Jahren leiden. Künftig dürfte es noch mehr Betroffene geben, da insbesondere auch Frauen wegen ihrer Rauchgewohnheiten immer häufiger an COPD erkranken. Die Belastungen für die Betroffenen wie auch für das Gesundheitswesen werden in der Öffentlichkeit bisher allerdings nur unzureichend wahrgenommen.

„Auf der Basis einer fundierten ärztlichen Diagnose und der Akzeptanz der erforderlichen Therapie, müssen Arzt und Patient die Erkrankung gemeinsam vertrauensvoll managen“, betont Jens Lingemann. „Nur über ein ausgewogenes Verhältnis von Information, eigenem Krankheitsmanagement, konsequenter Meidung von Noxen (insbesondere durch verzicht auf das inhalative Rauchen) kann es den Betroffenen gelingen, bei konsequenter Einhaltung der vom Arzt verordneten medikamentösen und physikalischen Therapie, und trotz der schweren und oft fortschreitenden Erkrankung und den damit verbundenen Einschränkungen, ein persönlich zufrieden stellendes Leben mit einer positiven Einstellung zu führen. Alle Bemühungen, sind selbstverständlich nur dann erfolgreich, wenn man dem Rauchen als Hauptursache der Erkrankung absolut entsagt. Schafft man dies jedoch nicht, ist eine voranschreitende und nicht mehr umkehrbare Verschlimmerung der Erkrankung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Folge.“

Lingemanns ganz persönliche Botschaft an alle Betroffenen und deren Angehörigen lautete daher: Resignieren und kapitulieren Sie nicht vor Ihrer Erkrankung! Im Gegenteil: Lernen Sie aktiv MIT IHR zu leben! Oder anders ausgedrückt, im Sinne Horaz: Der ideale Tag wird nie kommen. Der ideale Tag ist heute! Trauern Sie nicht all den Aktivitäten nach, die Sie aufgrund Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr machen können, sondern nutzen Sie bewusst alle Aktivitäten, die sich dennoch bieten. Genießen Sie jede Minute Ihres Lebens! Auch mit einem minimalen Wert für die so genannte Einsekundenluft (FEV 1-Wert) von nur noch 13 %, einer täglich 24-Stunden andauernden Sauerstofftherapie und einer zusätzlichen nächtlichen, nicht invasiven Beatmung kann man noch Berge versetzen. Man muss die zu versetzenden Berge nur nach seinen Möglichkeiten auswählen. Das Leben endet nicht mit der Diagnose COPD-Lungenemphysem. Es beginnt neu, nur auf eine andere Art und Weise als bisher. Winston Churchill hat einmal gesagt: Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird. Wenn wir uns daran orientieren, dann werden wir der Krankheit noch lange trotzen.“

Lingemanns besonderer Dank galt den Referenten, die als national und international ausgewiesene Experten über ausgewählte Themen der pneumologischen Rehabilitation berichteten. Ihr persönlicher Einsatz, ihre unentgeltliche Teilnahme und ihr weit über das übliche Maß hinausgehende Engagement für die Belange der betroffenen Patienten seien die wesentliche Grundlage für den großen Erfolg und die bundesweite Akzeptanz des Symposiums. Eine Zusammenfassung der einzelnen Vorträge ist unter www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/pages/symposium-lunge-2011/presse/2011-pressenachschau.pdf nachzulesen. Geleitet wurde die Veranstaltung abermals von Herrn Prof. Dr. Helmut Teschler, dem Ärztlichen Direktor des Westdeutschen Lungenzentrums der Ruhrlandklinik an der Universitätsklinik Essen.

In seinem Schlusswort dankte Jens Lingemann nicht nur den Referenten, sondern auch den Ausstellern, vor allem aber den Besuchern des Symposiums, die dessen erneuten Erfolg erst möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank galt allen ehrenamtlichen Mitarbeitern des COPD-Deutschland e.V., der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD Deutschland und der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V., die das Gelingen des Symposiums Lunge 2011 zum Wohle der Patienten maßgeblich geprägt haben. Fotos der Veranstaltung lassen sich unter www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/scripte/photoalbum/show-framepage.php= aufrufen. Das nächste – dann fünfte - Symposium Lunge 2010 wird übrigens am 9. Juni 2012 erneut in Hattingen/Ruhr stattfinden.