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18.03.2020

Rauchen erhöht Corona-Erkrankungsrisiko

Lungenexperten gehen davon aus, dass Zigarettenkonsum das Risiko erhöht, an der neuen Lungenkrankheit Covid-19 zu erkranken. Für Raucher wäre es daher ratsam, sich das Rauchen abzugewöhnen.

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Rauchen ist bekanntlich ungesund. Steigt dadurch auch die Gefahr für eine Erkrankung an Covid-19? Ja, meint Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) und Leiter der Pneumologie am Universitätsklinikum Regensburg. Selbst wenn es noch zu wenige wissenschaftliche Daten für eine abschließende Beurteilung gibt. So sei zum Beispiel noch nicht ganz klar, ob durch das Rauchen die Infektionsgefahr steigt. Es spreche aber vieles dafür, da Raucher grundsätzlich ein höheres Risiko haben, Virusinfektionen zu erleiden.

Der Grund dafür: Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Die Schadstoffe Tabakrauch setzen die Funktion der Flimmerhärchen in der Atemwegsschleimhaust außer Kraft, dadurch wird der Selbstreinigungsmechanismus in den Bronchien - die sog. mukoziliäre Clearance gestört. Erreger wie Viren oder Bakterien haben so leichteres Spiel. „Das wissen wir aus dem klinischen Alltag - bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen“, erklärt Prof. Pfiefer.

Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. „Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten“, bestätigt Prof. Pfeifer. Diese geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer handfesten Lungenentzündung für Raucher deutlich höher ist.

Daher die Empfehlung, mit dem Rauchen aufzuhören. Erstens lohne sich das natürlich immer: Für die Gesundheit mache es schließlich immer einen erheblichen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist. Insofern sei es auch kurzfristig stets möglich, das eigene Krankheitsrisiko für SARS-CoV-2 und den Krankheitsverlauf von Covid-19 zu beeinflussen, indem man auf das Rauchen verzichtet.

Quelle: dpa vom 9.3.20