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12.08.2009

Rauchen als Hauptursache für COPD und Tabak-Entwöhnung

Über das Rauchen als Hauptursache für COPD sowie Nichtraucherprävention und Tabakentwöhnung bei COPD wird Dr. Thomas Hering, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt in Berlin, einen Vortrag auf dem Symposium Lunge 2009 halten, das am 3.10. in Hattingen für Patienten stattfindet.

Zusammenfassung des Vortrags von Dr. Thomas Hering (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und niedergelassener Lungenfacharzt in Berlin) zum Thema „Hauptursache von COPD und Emphysem ist das Rauchen - Nichtraucherprävention und Tabakentwöhnung bei COPD“:

Der chronische Entzündungsprozess des Bronchialsystems bei COPD hat bei der
großen Überzahl der Erkrankten seine Ursache im Tabakrauch: Neun von zehn COPD-Erkrankten haben ihre Erkrankung durch das langjährige Rauchen erworben. Andererseits bekommen nicht alle Raucher eine COPD. Von 100 langjährigen Rauchern bekommen etwa 20-25 eine COPD, die anderen 75-80 % erkranken „nur“ an einer chronischen Bronchitis und haben - ebenso wie die COPD-Kranken - ein stark erhöhtes Risiko, an Herzinfarkt und Lungenkrebs zu erkranken und zu sterben.

Bereits nach 5-10 Jahren dauerhaftem Zigarettenkonsum ist das vorzeitige Altern der Lunge bei einer Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie) erkenn- und diagnostizierbar. Wenn fortdauernd geraucht wird, schreitet die Erkrankung COPD unbarmherzig voran und führt zum frühzeitigen Versiegen der Atemkapazität. An allererster Stelle bei der Therapie steht daher die Beendigung des Tabakkonsums. Denn Weiterrauchen führt - daran kann eine medikamentöse Therapie überhaupt nichts ändern - zum gnadenlosen Fortschreiten der Erkrankung: Die Atemkapazität sinkt von Jahr zu Jahr sehr viel schneller als bei Nicht-Rauchern. Sobald die LungenfunktionLungenfunktion
ein gewisses Mindestmaß unterschreitet, stellt sich Atemnot nicht nur bei körperlicher Belastung, sondern auch schon in Ruheposition ein. Dann können Verrichtungen des Alltags - wie das Erledigen des eigenen Haushaltes, der Einkäufe, der Körperpflege - nicht mehr ohne Hilfe geschafft werden. Frühzeitige schwere Behinderung und ein vorzeitiges Versterben sind die Folgen.

Tabakentwöhnung - also das Loskommen von der Nikotinabhängigkeit - ist eine zwar nicht leichte, aber dennoch machbare Aufgabe. Sowohl die erlernte Abhängigkeit von der Zigarette als auch die regelrechte NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
-Drogensucht sind zu überwinden. Entsprechend bestehen wirksamen Entwöhnungsprogramme aus einer Kombination von Verhaltensbeeinflussung (psychosoziale
Unterstützung bzw. Verhaltenstherapie) mit einer begleitenden medikamentösen Unterstützung (Nikotinersatzpräparate sowie Tabletten-Therapie z. B. mit Wirkstoffen wie Vareniclin oder Bupropion).

3. Symposium Lunge
"COPD und Lungenemphysem" - Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen? Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung“
am Samstag, 3. Oktober 2009
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte - Gebläsehalle -
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen/Ruhr

Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2009 richten Sie bitte an die Organisationsleitung Jens Lingemann
Lindstockstraße 30
45527 Hattingen
Telefon: 02324 - 999 959
symposium-org@lungenemphysem-copd.de