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11.11.2010

Rasantem Gewichtsverlust bei fortschreitender Raucherlunge (COPD) durch bewusste Ernährung entgegenwirken

Bei Patienten mit fortgeschrittener COPD (Raucherlunge) kann sich das Gewicht innerhalb von wenigen Wochen um mehrere Kilogramm verringern. Das bedeutet für die Betroffenen auch weniger Energie zum Atmen - das heißt, sie leiden unter noch mehr Atembeschwerden und Atemnot. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig, dass COPD-Patienten auf eine gute Ernährung achten. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne und geben spezielle Ernährungstipps.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD (im Volksmund auch Raucherlunge genannt) betrifft nicht nur die Lunge, sondern hat als systemische Erkrankung vor allem im fortgeschrittenen Stadium Auswirkungen auf den gesamten Körper. Ein Kennzeichen dieser fortschreitenden, chronischen Erkrankung kann z.B. ein zunehmender Leistungsverfall bei schnellem Gewichtsverlust sein – das so genannte COPD-wasting. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne aufmerksam und geben Ernährungstipps für betroffene COPD-Patienten. „Aufgrund der chronischen Atemwegsverengung benötigen COPD-Patienten zum Atmen etwa zehnmal mehr Kalorien als gesunde Patienten“, erläutert Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im sauerländischen Schmallenberg. „Beim COPD-wasting kann sich das Gewicht innerhalb von wenigen Wochen um mehrere Kilogramm verringern. Neben einer allgemeinen Schwächung des Körpers einschließlich des Immunsystems bedeutet ein solch ausgeprägter Gewichtsverlust für den Patienten insbesondere auch weniger Energie zum Atmen. Das heißt, er leidet unter noch mehr Atembeschwerden und Atemnot. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig, dass COPD-Patienten auf eine gute Ernährung achten.“

Ernährung mit hochkalorischen Zutaten anreichern

Da mit zunehmender Atemnot jede Art von Aktivität und damit auch das Essen schwerfällt, sollten COPD-Patienten ihren erhöhten Kalorienbedarf mit besonders kalorienreichen, aber gesunden Nahrungsmitteln decken. „Mengenmäßig mehr essen zu wollen, ist kaum realisierbar, wenn die Nahrungsaufnahme aufgrund zunehmender Atemnot Probleme macht,“, erklärt Köhler. „Stattdessen können COPD-Patienten ihren Ernährungsplan mit hochkalorischen Getränken wie reinen Fruchtsäften oder Milchmixgetränken sowie mit kleinen Zwischenmahlzeiten wie z.B. einer Avocado, einem Sahnepudding oder Nüssen anreichern. Grundsätzlich sollten bei der Zubereitung aller Mahlzeiten möglichst nahrhafte Zutaten bevorzugt werden, also beispielsweise anstelle von Wasser Milch oder besser noch Sahne verwenden. Neben dem Kaloriengehalt sollten die Patienten allerdings auch auf eine grundsätzlich gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen achten, um ihre körperlichen Funktionen und insbesondere das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
zu stärken.“