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17.02.2019

VPK-Pressemeldung zu fehlerhafter Darstellung der Gefährdung durch Luftschadstoffe in den Medien

Am 13.2.2019 veröffentlichte die „tageszeitung“ (TAZ) aus Berlin einen Artikel, der den Autoren der Stellungnahme vom 23.1.2019 vermeintliche Fehler bei der Berechnung von Luftschadstoffen, die von Rauchern aufgenommen werden, unterstellte. Diese Inhalte wurden von vielen anderen Medien übernommen, wobei wiederholt auf „schwere Fehler“ bei der Berechnung der Luftschadstoffaufnahme durch Raucher hingewiesen wurde. Diese angebliche Fehlberechnung und insbesondere der daraus gefolgerte Vergleich zur Schadstoffbelastung und Gesundheitsgefährdung durch Luftschadstoffe des Straßenverkehrs sind für die Autoren der Stellungnahme vom 23. 1. 2019 nicht nachvollziehbar.

Dem Vergleich, dass ein Raucher innerhalb weniger als zwei Monaten eine Feinstaubdosis aufnimmt, die dem täglichen Einatmen der Feinstaubkonzentration des Grenzwertes (50 µg/m³) über achtzig Lebensjahre entspricht, liegen Analysen des Tabakrauchs vor dem Inkrafttreten der EU-Verordnung zugrunde. Die detaillierte Rechnung mit 25 g/m³ FeinstaubFeinstaub
Feinstaub gilt als giftig und kostet nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich zahlreichen  Europäern das Leben. Mit einer Größe von weniger als 10 µm können Feinstäube in der Luft schweben (sog. Schwebstäube) und vom Menschen eingeatmet werden, so dass die Feinstaubteilchen in die Lunge gelangen und über die Lungenbläschen (Alveolen) in den Körper übergehen können. So stoßen sie u.a. bis in die Leber vor.
 
 
im Hauptstrom heute zugelassener Zigaretten führt nun zu 2.1 Monate, in denen ein Raucher mit einem Zigarettenkonsum von einer Schachtel/Tag die besagte Feinstaubmenge einatmet. Mit dieser Rechnung werden nicht nur die Aussagen der Stellungnahme in vollem Umfang bestätigt, sondern auch der konservative Charakter des ursprünglichen Vergleichs unterstrichen.

Weiterhin gilt, dass Zigarettenrauchen als ein in vivoin vivo
Aus dem Lateinischen: am lebendigen Organismus 
- Experiment zur Toxizität des Feinstaubs angesehen werden kann, dessen Ergebnis die hunderttausenden von Toten in Europa, die aufgrund der epidemiologischen Studien als kausal angenommen werden, widerlegt.

Bezüglich der Konzentration zum NOx ist in den Aussagen der Stellungnahme keine Korrektur vonnöten. Da NOx als Gas im Organismus als Naturstoff in den Stickstoffkreislauf eingebunden wird, ist die Berechnung einer kumulativen Dosis, wie von der TAZ ausgeführt, unsinnig. Das hatte Prof. D. Köhler dem verantwortlichen „TAZ-Redakteur“ wiederholt mitgeteilt. NOx reizt bekanntermaßen in höheren Konzentrationen die Atemwege. Für unbehandelte Asthmatiker kann es wie andere Reizstoffe daher problematisch sein. Beim NOx geht die Toxizität eindeutig mit der Konzentration einher.

Auch die wiederholt geäußerte Behauptung, dass die Autoren durch die Automobilindustrie korrumpiert seien, entbehrt jeglicher Grundlage und wird mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Vielmehr wurde bereits in der ursprünglichen Stellungnahme explizit Kritik geübt, dass die Manipulationen von Teilen der Autoindustrie bezgl. des Schadstoffausstoßes unentschuldbar sind.

Die medizinischen Aussagen zur gesundheitlichen Relevanz der geltenden Grenzwerte bleiben daher für die Autoren unverändert. Die Zahl der Unterzeichner hat sich seit der ursprünglichen Stellungnahme erhöht.

Aktuelle Pressemeldung der VPK (PDF)

Unterschriftenliste (Stand 20.02.19/PDF)