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14.11.2010

Paraffin in Duftkerzen kann die Atemwege reizen und Asthma hervorrufen

Duftkerzen aus Parrafin-Wachs setzen beim Abbrennen Substanzen frei, die Reizungen der Atemwege und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können. Unbedenklich sind hingegen Kerzen aus Bienen- und Sojawachs, die allerdings auch teurer sind. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) hin.

Duftkerzen aus Parrafin-Wachs setzen beim Abbrennen Substanzen frei, die Reizungen der Atemwege und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können. Unbedenklich sind hingegen Kerzen aus Bienen- und Sojawachs, die allerdings auch teurer sind. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) hin unter Berufung auf eine aktuelle Studie von Forschern der Carolina State University, die kürzlich auf einer Konferenz der American Chemical Society in Washington vorgestellt wurde. „Paraffin-Kerzen werden aus Petroleum hergestellt“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Insbesondere Menschen, die bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Duftstoffe entwickelt haben, riskieren, dass die beim Abbrennen freigesetzten Stoffe allergische Erscheinungen auf der Haut oder in den Atemwegen verstärken. Das kann dann Hautausschläge und Asthmabeschwerden hervorrufen.“

Schadstoffmenge durch Lüften und Ventilatoren senken

„Eine gelegentliche Duftkerze wird bei Gesunden sicher keinen Schaden anrichten, aber das tägliche Abbrennen zahlreicher Paraffin-Kerzen vor allem in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen wie einem Badezimmer kann Probleme verursachen“, warnt Morr. „Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass einige Menschen, die unter ungeklärten Innenraum-Allergien oder Reizungen der Atemwege leiden, tatsächlich auf Kerzenrauch reagieren. Daher ist es grundsätzlich ratsam, Schadstoffkonzentrationen, die sich möglicherweise beim Abbrennen von Kerzen in der Raumluft aufbauen, durch ausgiebiges Lüften der Zimmer oder durch das Aufstellen von Ventilatoren zu verringern.“

Vorsicht vor Duft-Marketing

Vorsicht walten lassen sollten Allergiker auch vor dem so genannten Duft-Marketing in öffentlichen Räumen wie Kaufhäusern und Supermärkten, hier werden oft synthetische Duftstoffe eingesetzt, um unangenehme Gerüche zu überlagern oder Appetit zu erregen. „Wenn diese Düfte zum Beispiel über die Klimaanlage in den Verkaufsräumen verteilt werden, ist kaum anzunehmen, dass die Hersteller dieser Duftstoffe zumindest auf jene verzichten, die bekanntermaßen Allergien auslösen. Und auch wenn sie dieses täten, besteht ein Risiko, da längst noch nicht alle Inhaltsstoffe eines Duftmarketings auf mögliche Reaktionen in den Atemwegen getestet worden sind.“