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23.05.2006

Optimale Beatmung für viele Lungenpatienten überlebenswichtig

Derzeit sterben viele Lungenpatienten unnötigerweise, weil sie nicht die bestmögliche Beatmungsform bekommen. Darauf weist die „Deutsche Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin“ (DGP) in ihrer aktuellen Pressemitteilung hin.

Mindestens 2000 COPD-Patienten sterben jedes Jahr unnötigerweise in Deutschland, weil sie nicht die bestmögliche Beatmungsform – nämlich eine so genannte nicht-invasive Beatmung - bekommen. „Dabei haben zahlreiche wissenschaftliche Studien längst belegt, welche erheblichen Vorteile die nicht-invasive Beatmung über eine Maske gegenüber der konventionellen, invasiven Methode mittels Tubus (Intubation) hat“, betont Prof. Dieter Köhler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Leiter des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Vor allem Lungenspezialisten haben diese nicht-invasive Form der Beatmung in den letzten zehn Jahren bereits mit großem Erfolg auch auf den Intensivstationen eingesetzt. Die Beatmung erfolgt dabei während des Schlafes vorwiegend nachts mit Hilfe einer Nasenmaske oder einer Mund-Nasen-Maske für täglich 8 bis 14 Stunden und bewirkt eine große Entlastung der krankheitsbedingt überanstrengten Atemmuskulatur. In der Folge nimmt die Atemleistung tagsüber um mehrere hundert Prozent zu, was den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst und die Lebensqualität deutlich verbessert. Ursprünglich wurde diese Technik zur Heimbeatmung von Patienten entwickelt, die bei körperlicher Belastung unter schwerer Luftnot leiden, weil ihre Atmung unzureichend funktioniert (aufgrund einer so genannten respiratorischen Insuffizienz, insbesondere einer Hyperkapnie, die zu erhöhten Kohlendioxid-Mengen im Blut führt). Beispielhafte Krankheitsbilder sind Lungenkrankheiten wie COPD oder Bronchiektasen, aber auch bestimmte Nerven- und Muskelerkrankungen.

Einer von acht Betroffenen stirbt unnötigerweise
„Derzeit stirbt auf der Intensivstation einer von acht Patienten überflüssigerweise, weil er invasiv über einen Tubus beatmet wird, anstatt nicht-invasiv über eine Maske“, warnt Köhler. „Das hängt überwiegend damit zusammen, dass die Betroffenen zur Intubation - das heißt zur Beatmung über einen Tubus oder eine Trachealkanüle - ruhig gestellt werden müssen, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, sich aktiv von infektiösem Lungensekret zu befreien, welches stattdessen vom Krankenpersonal abgesaugt werden muss. Bei der Verwendung einer Maske ist das hingegen nicht der Fall: Hier kann der Patient den sich bildenden Schleim selbständig abhusten. Insofern ist die nicht-invasive Beatmung der üblichen Methode weit überlegen, was die Vermeidung von Atemwegsinfekten und Lungenentzündungen angeht“, erläutert Köhler. Zudem kann der Patient mit Maske sich viel besser verständigen, da er sprechen kann. Wenn allerdings aus bestimmten Gründen eine nicht-invasive Beatmung nicht möglich sein sollte, muss selbstverständlich eine invasive Beatmungsbehandlung durchgeführt werden – und zwar so professionell wie möglich, um keine weitere, Intubations-bedingte Lungenschädigung zu verursachen“, erklärt Köhler.

Beatmungsmedizin und Pneumologie haben zukunftsweisende Bedeutung
Da in der inneren Medizin die meisten beatmungspflichtigen Patienten an Lungenerkrankungen leiden, sind spezielle lungenfachärztliche Kenntnisse über die Pathophysiologie und den Verlauf solcher pneumologischer Krankheiten erforderlich, um Beatmungstherapien angemessen und erfolgreich durchführen zu können. Insofern spielen Fachwissen und Erfahrung auf dem Gebiet der Pneumologie wie auch auf dem Gebiet der Beatmungsmedizin eine wichtige Rolle innerhalb der Intensivmedizin. Aufgrund dieser zunehmenden Bedeutung der Beatmungsmedizin innerhalb der Pneumologie hat die Fachgesellschaft der Lungenfachärzte ihre Namensbezeichnung seit diesem Frühjahr entsprechend erweitert und nennt sich jetzt „Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin“ (DGP). Mehr Informationen über die Zielsetzung, Arbeitsgebiete und Forschungsschwerpunkte der DGP sowie eine ausführliche Darstellung der Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten von Lungenerkrankungen wie COPD finden Interessierte im Internet unter www.lungenaerzte-im-netz.de.