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18.02.2013

Nichtraucher werden und bleiben

Ein Motivationsworkshop für junge Erwachsene, die rauchen, soll Denkanstöße und Informationen zur Abkehr vom Nikotinkonsum liefern und Nichtraucher gezielt darin bestärken, es zu bleiben. Er wird vom Präventionszentrum des Universitäts KrebsCentrums (UCC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden angeboten.

Das Präventionszentrum des Universitäts KrebsCentrums (UCC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bietet seit dem 4. Februar – dem Weltkrebstag – ein neues Programm für junge Erwachsene an: Ein Motivationsworkshop soll Rauchern Anstöße zur Aufgabe des Nikotinkonsums liefern und Nichtraucher gezielt darin bestärken, es zu bleiben. Den eigens für diese Ziele konzipierten Workshop bieten die Mitarbeiterinnen des UCC vor allem Berufsschulen und anderen Einrichtungen an, in denen sie die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen ansprechen können.

Trotz der guten Nachricht, dass immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene rauchen – unter den 18- bis 25-Jährigen waren es 2011 noch 36,8 Prozent (2001: 44,4 Prozent) – besteht gerade in diesem Alter die größte Gefahr mit dem Rauchen zu beginnen. So haben unter den 12- bis 17-Jährigen nur rund 29 Prozent mindestens einmal geraucht, während es bei den 18- bis 25-Jährigen gut 72 Prozent sind. Gerade auch in dieser Altersgruppe ist in den vergangenen Jahren die Motivation gesunken, den Tabakkonsum aufzugeben. 2011 äußerten knapp 61 Prozent der jungen rauchenden Erwachsenen in einer repräsentativen Umfrage, versucht zu haben, das Rauchen aufzugeben. Acht Jahre vorher lag diese Zahl noch bei 74 Prozent.

„Wir kennen die Risiken des Rauchens sehr genau: Dies sind vor allem Krebserkrankungen in Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Niere und Blase. Aber auch chronische, das Herz-Kreislaufsystems betreffende Krankheiten gehören dazu. Deshalb lohnt es sich, jeden Raucher anzusprechen und ihm den Weg aus der Nikotinabhängigkeit zu zeigen, und Nichtraucher in ihrer Abstinenz zu bestärken“, sagt Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Direktor des Universitäts KrebsCentrums. „Durch Aufklärung und Information zu Themen der Verringerung von Krebsrisiken, Vorsorge und gesundheitsbewussten Verhaltensweisen möchten wir einen Beitrag dazu leisten, Krebserkrankungen zu vermeiden und damit die Chancen einer langfristig gesünderen Bevölkerung zu erhöhen“, so Prof. Ehninger weiter.

Der 90-minütige Workshop des UCC- Präventionszentrums besteht aus einem breiten Themenangebot, aus dem die Teilnehmer diejenigen auswählen können, die sie am meisten interessieren oder von denen sie sich am ehesten eine Unterstützung erwarten. Nicht selten ist das Rauchen mit falschen Vorstellungen verknüpft. Etwa der mittlerweile nicht mehr zulässige Begriff einer leichten Zigarette oder der vermeintlich entspannenden Wirkung des Nikotins. Eine Zigarette ‚beruhigt‘ z.B. nur denjenigen, der bereits abhängig ist – in diesem Fall beendet Tabakrauch kurzfristig, also nur vorübergehend, die Entzugserscheinungen. Wenig bewusst ist vielen Rauchern auch, wie viel Geld sie pro Jahr einfach verbrennen: Wer täglich eine Schachtel für fünf Euro raucht, gibt dafür monatlich 150 Euro und in einem Jahr rund 1.825 Euro aus. Doch Abschreckung – dazu zählt auch das Wissen über die über den Tabakrauch inhalierten Schadstoffe oder die möglichen Krankheiten – kann lediglich erste Anstöße liefern, sein Handeln zu überdenken.

Deshalb sprechen die Mitarbeiterinnen des UCC- Präventionszentrums intensiv die Selbstwahrnehmung der jungen Erwachsenen an: In welchen Situationen greifen sie oder ihre rauchenden Freunde zur Zigarette? Wie viele Menschen ihrer Umgebung rauchen überhaupt? – Bei genauem Überlegen entpuppt sich in der Regel eine deutlich geringere Zahl als ursprünglich angenommen. Doch ein geschärftes Bewusstsein allein reicht nicht aus. Deshalb erhalten die Teilnehmer des Workshops Informationen darüber, welche Entwöhnungsmethoden es gibt und wer sie beim Ausstieg unterstützen kann.

„Mit dem Rauchen aufzuhören ist leicht. Ich habe es schon hunderte Male geschafft“, sagte schon der amerikanische Schriftsteller Mark Twain. Ein Blick in die Statistiken belegt, dass es nur ganz wenigen Menschen gelingt, eigenständig nach einem spontanen Entschluss das Rauchen tatsächlich aufzugeben. Die Erfolgsrate liegt – ein halbes Jahr nach dem Rauchtopp erfasst – etwa bei einem Prozent. Deshalb ist die Unterstützung von Ausstiegswilligen so wichtig. Die Abkehr vom Tabakkonsum lohnt sich immer: Raucher, die zwischen dem 25. und dem 30. Lebensjahr ihre Sucht erfolgreich bekämpfen, erreichen statistisch gesehen die Lebenserwartung eines Nichtrauchers. Denn mit der Tabak-Entwöhnung lassen sich die Risiken vieler Erkrankungen deutlich senken. Dies sind vor allem Krebs in Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Niere und Blase. Aber auch chronische Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems gehören dazu einschließlich Herzinfarkte, Aussackungen von Hauptschlagadern oder Arteriosklerose als typische Folgen des Nikotinkonsums.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden