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18.07.2012

Nicht nur Ärzte, sondern auch Lungenpatienten bewerten Lungensport als sehr positiv

97 Prozent der Lungenpatienten, die unter Asthma oder COPD leiden und an einer Lungensportgruppe teilnehmen, empfehlen Lungensport weiter und erteilen ihm grundsätzlich gute Noten. Das geht aus einer Umfrage bei 521 Teilnehmern einer Lungensportgruppe hervor. Jetzt wäre es nur noch wünschenswert, wenn der effektive Nutzen von Lungensport auch bei nicht-pneumologischen Ärzten und den Krankenkassen eine noch breitere Akzeptanz finden würde.

Lungensport stellt einen wichtigen Baustein innerhalb der Therapie von Lungenpatienten mit Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) dar, mit dessen Hilfe Betroffene ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nachweislich verbessern können. Daher wird Patienten die Teilnahme an einer der über 800 Lungensportgruppen, die mittlerweile in Deutschland existieren, von Lungenärzten empfohlen. Doch nicht nur die Ärzte, sondern auch die Patienten selbst erteilen dem Lungensport sehr gute Noten. Bei einer Befragung von 521 Teilnehmern einer Lungensportgruppe (davon 63 % Frauen und 37 % Männer im durchschnittlichen Alter von 64 Jahren) gaben 97 Prozent der Befragten an, dass sie Lungensport anderen Patienten weiterempfehlen. 99 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrer Lungensportgruppe gut aufgehoben, und 94 Prozent sind mit ihrer Lungensportgruppe sehr zufrieden. 87 Prozent bestätigen die Aussage „Zum Sport gibt es keine Alternative“, und für 93 Prozent hat der Sport einen hohen Stellenwert.

Betreuung in Lungensportgruppen durch gut ausgebildete Übungsleiter gewährleistet

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Befragten in allen Bereichen sehr zufrieden sind – bis auf eine Ausnahme: Manche Lungenpatienten würden sich offenbar wünschen, dass ein Arzt die Sportstunden begleitet – das ist jedoch nur bei ca. 7 % der Befragten der Fall. „Allerdings erfolgt die Betreuung in Lungensportgruppen durch gut ausgebildete Übungsleiter (hauptsächlich Physiotherapeuten, Fachübungsleiter, Sportlehrer und Sportwissenschaftler), die selbstverständlich auch für eine adäquate medizinische Versorgung der Patienten bestens vorbereitet sind“, betont Prof. Dr. med. Heinrich Worth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin und Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum Fürth. Als Vorsitzender der AG Lungensport in Deutschland und Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga e.V. setzt sich Prof. Worth in besonderem Maße für die Förderung des Lungensports in Deutschland ein.

Mehr Überzeugungsarbeit für Lungensport bei den Krankenkassen erforderlich

Die Befragung offenbart, dass der überwiegende Teil der Befragten unter mehreren Erkrankungen zugleich (sog. Multimorbidität) leidet, nicht mehr erwerbstätig ist und wöchentlich zwischen 60 bis 90 Minuten am ambulanten Lungensport teilnimmt. Der effektive Nutzen von Lungensport äußert sich für sie selbst wie auch für die sie behandelnden Ärzte vor allem in psychosozialen und funktionalen Aspekten (Kontakt und Austausch mit ebenfalls Betroffenen, Verbesserungen bei der Alltagsbewältigung, größere Mobilität), gefolgt von körperlichen und edukativen Aspekten (weniger Atemnot, bessere physische Belastbarkeit, größere Kompetenz beim Umgang mit der Krankheit). Nach zusätzlicher Einbeziehung der Aussagen des Vereins Lungensport, der Übungsleiter und Ärzte zeichnen sich aber auch noch Optimierungspotenziale ab, wie z.B. eine verbesserte Integration in die regionale Versorgung (z.B. durch Vernetzung mit bestehenden Einrichtungen), mehr finanzielle Unterstützung durch Kostenträger (insbesondere Krankenkassen) und eine breitere Akzeptanz bei nicht-pneumologischen Ärzten.