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13.11.2020

Nicht-invasive Sauerstofftherapien verringern das Sterberisiko und die Notwendigkeit zur invasiven Beatmung

Patienten mit akuten Atemnotproblemen müssen nicht immer gleich invasiv beatmet werden. In vielen Fällen kann auch eine nasale High-Flow-Therapie oder nicht-invasive Beatmungsmethode sie stabilisieren und somit eine Intubation zur invasiven, maschinellen Beatmung vermieden werden. Das belegt eine aktuelle Studie, auf die die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) hinweisen.

Patienten mit akuten Atemnotproblemen müssen nicht immer gleich invasiv beatmet werden. Auch nicht-invasive Sauerstofftherapien können die Sterblichkeit der Betroffenen senken. Neben nicht-invasiven Beatmungstherapien mit Atem-Helm oder absetzbarer Mund-Nasen-Maske kann auch  eine nasale High-Flow-Therapie, bei der reiner Sauerstoff unter hohem Fluss (mit 20 bis 60 Liter Luft pro Minute) über Kanülen in die Nasenlöcher geblasen wird, das Risiko für eine Intubation (invasive Beatmung unter Vollnarkose mit einem in der Luftröhre fixiertem Schlauch) stärker senken als eine Standard-Sauerstofftherapie. Das geht aus einer aktuellen Meta-Analyse von 25 Studien mit insgesamt 3804 Patienten hervor, die wegen eines akuten hypoxischen Atemnotsyndroms im Krankenhaus behandelt werden mussten (siehe JAMA, Online-Veröffentlichung am 4.6.2020).

Sparen Behandlungsplätze auf der Intensivstation ein

„Diese Studie belegt, dass wir einige Patienten auch mit einer nasalen High-Flow-Therapie oder nicht-invasiven Beatmungsmethoden stabilisieren und retten können und somit eine Intubation zur invasiven, maschinellen Beatmung in vielen Fällen vermeidbar ist“, erklärt Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers. Da eine Sauerstoffgabe oder nicht-invasive Beatmung grundsätzlich auch außerhalb der Intensivstation erfolgen kann, können somit auch die intensivmedizinisch betreuten Plätze der Behandlung von schwereren Fällen vorbehalten bleiben.

Autor: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.lungenaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.