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31.10.2012

Nebelwetter kann Luftnot von Atemwegspatienten verstärken

Menschen mit Asthma oder COPD sollten bei Nebelwetter Vorsicht walten lassen. Denn Nebel wirkt auf diese Patienten wie ein Reizstoff, so dass sie noch mehr Atemprobleme bekommen. Die Lungenärzte vom Bundesverband Deutscher Pneumologen (BdP) geben Tipps, was Betroffene zur Abhilfe tun können.

Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) müssen sich vor Nebel in Acht nehmen, da sich bei dieser Wetterlage ihre Beschwerden verschlimmern können. „Nebel wirkt auf die betroffenen Patienten wie ein Reizstoff, so dass sie noch mehr Atemprobleme bekommen“, warnt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Pneumologen (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. „Die im Nebel enthaltenen Wassertröpfchen sind kalt und nass – Kälte löst bei den Patienten beim Einatmen eine Verengung der Bronchien aus, während die Feuchtigkeit im Nebel zu vermehrter Wassereinlagerung in die Schleimhaut der Atemwege führt, was diese anschwellen lässt. Beides verursacht bei den Patienten, die krankheitsbedingt ohnehin schon verengte Atemwege aufweisen, zunehmende Atemnot. Zudem wirken die Kondensationskerne in den Wassertropfen wie Magneten, die Luftschadstoffe aus Autoabgasen und Heizungen anziehen und binden können, so dass diese Schadstoffe beim Einatmen besonders tief in die Lunge befördert werden. Wobei sich die Luft sich gerade bei Inversionswetterlagen besonders stark mit Schadstoffen anreichert, da ein Austausch mit den darüber liegenden, frischeren Luftmassen erschwert ist.“

Vor dem Haus Verlassen Vorkehrungen treffen

Atemwegspatienten müssen bei Nebel natürlich nicht zu Hause bleiben, aber sie sollten Vorkehrungen treffen, wenn sie nach draußen gehen wollen. „Gegen den Kältereiz beim Einatmen kann es helfen, sich einen leichten Schal umzubinden und durch diesen einzuatmen – und zwar über die Nase, da hierbei die Luft zusätzlich erwärmt, gereinigt und angefeuchtet wird“, rät Barczok. „Gegen ein Anschwellen der Schleimhäute ist das tägliche Inhalieren einer einfachen Salzwasserlösung wirksam, was gleichzeitig übrigens auch gegen Infektionen mit Erkältungserregen vorbeugt. Luftschadstoffe sollte man möglichst meiden – also bei Wetterlagen mit geschlossener Nebeldecke zum Beispiel eine anstehende Besorgung in der Innenstadt lieber verschieben und stattdessen einen Waldspaziergang machen. Und Sport bei Nebel nicht draußen, sondern nur in Innenräumen treiben.“