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12.10.2018

Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma aktualisiert

Die grundlegend überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma fasst den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten zusammen. Zum Beispiel hat die früher verwendete Einteilung nach dem Schweregrad keinen Stellenwert mehr.

Am 21. September wurde die überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) publiziert. Dort sind jetzt 119 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Asthma kostenlos abrufbar.

Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 21 Fachgesellschaften und Organisationen hat die bisherige NVL Asthma geprüft und dabei neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung berücksichtigt. Zur Unterstützung des Arzt-Patienten-Gesprächs wurden fünf Patientenblätter entwickelt.

Asthma betrifft alle Altersgruppen und gehört zu den Volkskrankheiten. Deshalb ist es wichtig, die Versorgung stetig zu verbessern. Der Großteil der NVL wurde nun zwar aktualisiert. Wenige weitere Kapitel, wie die Behandlung des Asthmaanfalls, werden aber noch zeitnah bearbeitet und ergänzt. Die methodische Vorgehensweise ist im Leitlinienreport beschrieben.

Für die Klassifikation und Behandlung des Asthmas ist die Asthmakontrolle entscheidend. Sie ergibt sich aus dem Beschwerdebild (der Symptomatik) und dem Risiko für eine Verschlechterung des Asthmas.

Die früher verwendete Einteilung nach dem Schweregrad hat keinen Stellenwert mehr. Die Grundprinzipien der Therapie sind dennoch geblieben: Reicht die Bedarfsmedikation nicht aus, sollen Patienten kontinuierlich inhalative Corticosteroide (ICS) erhalten. Diese behandeln die Entzündung, die der Erkrankung zugrunde liegt. Von einer Monotherapie mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA) ohne ICS wird deutlich abgeraten.

Vor einer Intensivierung der Behandlung (Therapieeskalation) soll der Arzt folgende Faktoren prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten: Schulungsbedarf, Allergie- und Umweltkontrolle, Therapietreue (Adhärenz) und Diagnose. Schulungen unterstützen das Selbstmanagement und helfen Patienten, mit der chronischen Erkrankung umzugehen. Daher ist es wichtig, allen Patienten mit einer Langzeittherapie die Teilnahme an Schulungen zu empfehlen und zu ermöglichen.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Zu ausgesuchten Erkrankungen hoher Prävalenz werden unter Berücksichtigung der Methoden der evidenzbasierten Medizin versorgungsbereichsübergreifende Leitlinien entwickelt und implementiert. Mit der Durchführung, Organisation und methodischen Begleitung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) beauftragt.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin