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10.09.2018

Nachbetrachtung 11. Symposium Lunge 2018

Mehr als 2.400 Gäste haben das diesjährige Symposium Lunge in Hattingen besucht. Der Bedarf an lungenfachärztlichen, patientengerecht aufbereiteten Informationen über COPD ist also immer noch groß.

Viele Besucher des 11. Symposiums Lunge 2018 sind früh angereist und schon vor der Eröffnung sind die ersten Parkplätze gefüllt, die Gäste warten auf Einlass. Hier können sie ihren Wissensdurst stillen, da sie fundierte und dennoch allgemeinverständlich formulierte Informationen über verschiedene Lungenerkrankungen von Lungenspezialisten bekommen, sich mit anderen Betroffenen austauschen und insbesondere auf der Industrieausstellung auch praktische Unterstützung erhalten können. Das Fotoalbum und den Filmbeitrag zum Kongress können Sie unter folgendem Link aufrufen: https://www.lungenemphysem-copd.de/pages/public/symposium-lunge/symposium-2018/offizielle-nachbetrachtung/index.php

Die meisten Betroffenen haben eine bereits viele Jahre vorliegende diffuse Symptomatik mit Husten, hartnäckigen Infekten, Müdigkeit, Luftnot u.a., bevor sie den Arzt aufsuchen und dort dann eine Diagnose mit dem sperrigen Namen COPD erhalten. „Der Rucksack, der mit dieser Erkrankung nun zu tragen ist, ist mal leichter, mal schwerer“, umschreibt Heike Lingemann, Organisatorin des Symposiums Lunge, in ihrer Begrüßungsansprache den oft wellenförmigen Verlauf der COPD, der mit einer chronischen Verengung und Entzündung der Bronchien einhergeht und zu einer Zerstörung der Lungenbläschen führt.

In seinem Vortrag über die medikamentösen Möglichkeiten heutzutage und in der Zukunft zur Behandlung der COPD einschließlich Lungenemphysem und Lungenüberblähung bezeichnet Prof. Dr. Gernot G. U. Rohde vom Universitätsklinikum in Frankfurt die Veränderungen, die sich aufgrund einer COPD am Lungengewebe entwickeln als „Beschleuniger des Alterns der Lunge“. Eine Beschleunigung, die jedoch durch medikamentöse, aber mehr noch durch nicht-medikamentöse Maßnahmen verlangsamt werden kann.

Auch Prof. Dr. Klaus F. Rabe, amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) nutzt die Möglichkeit von Vergleichen in seinem Vortrag zur sogenannten Exazerbation. „Eine akute Verschlechterung ist wie die Liebe: Wenn sie da ist, weiß jeder, dass sie es ist, genau beschreiben kann man sie jedoch immer nur unzureichend.“

In den letzten Jahrzehnten habe sich das wissenschaftliche Verständnis um die Lungenerkrankung COPD deutlich erweitert, so Prof. Rabe. So wisse man heute beispielsweise um die enorme Bedeutung einer gesund herangereiften Lunge, die sich etwa bis zum 21. Lebensjahr entwickelt. Eine schlechte Lungenfunktion hingegen erhöhe die Wahrscheinlichkeit von wiederkehrenden Infekten und wirke wie ein Antreiber von Exazerbationen.

Mit körperlicher Bewegung gegen das Voranschreiten der Erkrankung ankämpfen, ist ein immer wiederkehrendes Thema bei fast allen Vorträgen und in vielen Gesprächen über COPD. Auch Prof. Rabe betont: „Während der Rehabilitationsphase nach einer Exazerbation zählt jeder Schritt.“

Im Foyer treffe ich Margot Weise aus Hemer wieder, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal nach Hattingen gekommen ist, vom Symposium Lunge begeistert war und viele Informationen mitnehmen konnte. In ihrer Nähe gab es damals keine Selbsthilfegruppe. Gestärkt durch die Kontakte, hat Margot Weise inzwischen selbst eine Gruppe gegründet und ist zudem dabei, gemeinsam mit einer Atemphysiotherapeutin eine Lungensportgruppe aufzubauen. „Mein Leben und auch meine Erkrankung haben sich mit den Aktivitäten positiv entwickelt. Auch kann ich inzwischen mit meiner Familie leichter über die Erkrankung sprechen und erfahre viel Unterstützung.“

Mehr als 2.400 Gäste haben das diesjährige Symposium Lunge besucht - vor allem Betroffene, aber ebenso viele Angehörige, sowohl Ehepartner, wie auch Kinder von Betroffenen. Physiotherapeuten, medizinisches Fachpersonal und Ärzte waren ebenfalls anzutreffen.

Das Fazit des diesjährigen Symposium Lunge lautet: Der Bedarf an kompetenten, patientengerecht aufbereiteten Informationen ist immer noch sehr groß. Wir freuen uns somit auf das 12. Symposium-Lunge am 07. September 2019 zum Thema „Prophylaxe, Diagnostik und Therapien“.

Eine Zusammenfassung aller Vorträge finden Sie in den nächsten Tagen auf den Internetseiten des Veranstalters COPD – Deutschland e.V. www.copd-deutschland.de und des Mitveranstalters Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland www.lungenemphysen-copd.de. Ein Videomitschnitt der Vorträge ist ab Ende Oktober 2018 erhältlich.

Quelle: Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland