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08.06.2018

Mobile Atemhilfe für Patienten mit COPD

Ein transportables Lungenunterstützungssystem für Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) wollen Forscher aus Köln, Witten/Herdecke und Aachen entwickeln.

Bei einigen Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) wird im Laufe der Zeit die Lunge so stark geschädigt, dass eine normale Atmung nicht mehr möglich ist. Ein Teil der Patienten ist dann auf eine akute intensivstationäre Beatmung angewiesen und danach etwa 20% auf eine häusliche Beatmung („Heimbeatmung“). Eine aktuelle Studie der Klinik für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
in Merheim zeigt, dass die Heimbeatmung mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, der Mobilität und der Kommunikationsfähigkeit einhergehen kann. Die Patienten sind durch das Beatmungsgerät und die Schwere der Erkrankung meist an die Wohnung gebunden, verbringen einen großen Teil des Tages liegend und können sich auch innerhalb der Wohnung nur wenige Schritte bewegen. Große medizintechnische Entwicklungen für diese Patienten hat es – anders zum Beispiel als in der Kardiologie - in den letzten Jahren nicht gegeben.

Ein medizintechnisches Gerät zur Verbesserung der Patientenversorgung haben nun die Forscher Prof. Christian Karagiannidis, Leiter der Lungen-Intensivstation im Krankenhaus Köln-Merheim und Professor für Extrakorporale Lungenersatzverfahren der Universität Witten/Herdecke gemeinsam mit einem Aachener Medizin-Startup konzipiert. Dabei nutzte Prof. Christian Karagiannidis seine Erfahrung mit der sog. ECMO-Therapie (künstliche Herz-Lungen-Maschine) auf der Intensivstation. Die ECMOECMO
Die Abkürzung ECMO steht für "Extrakorporale Membranoxygenierung" - einem Verfahren, bei dem die Aufgaben der Lunge außerhalb des Körpers von einer Maschine übernommen werden.
 
kann nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden, da das Blut während der Therapie geschädigt werden kann und solche Geräte nicht für den Dauereinsatz und tragbar konzipiert sind.

Um Therapie, Lebensdauer und Lebensqualität der Patienten zu verbessern, soll das neu zu entwickelnde Gerät:

  • schonend arbeiten, damit das Blut nicht geschädigt wird.
  • die rechte Herzkammer zusätzlich entlasten.
  • leicht und kompakt sein, um Mobilität zu ermöglichen
  • in der Anwendung so unkompliziert werden, damit es die Patienten alleine bedienen können.

Das neue Medizinprodukt soll COPD-Patienten ermöglichen, einen geregelten Alltag ohne permanente Fremdhilfe und ohne Luftnot zu führen. Dazu wird in dem Gerät ein neuartiger Gasaustauscher eingesetzt, bei dem das Blut gleichmäßiger verteilt wird, um weniger Blutbestandteile zu beschädigen. Im ersten Projektteil werden Blutschädigung und Effizienz des Systems intensiv mit Hilfe von Computersimulationen sowie in Labor- und Tierversuchen untersucht. Anschließend folgen weitere Untersuchungen zur Blutverträglichkeit. Zum Projektabschluss soll eine gut kontrollierte klinische Studie die Sicherheit der Behandlung, die Verbesserungen des Krankheitsbildes und die Verringerung der Sterblichkeit zeigen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist von dem Projekt überzeugt und fördert es bis 2020 mit 1,65 Millionen Euro. Zudem unterstützt das Technologiezentrum des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) das Projektteam im Rahmen der Projektorganisation.

Quelle: Universität Witten/Herdecke