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18.05.2011

Mit Heuschnupfen besser auf Alkoholika verzichten

Alkoholhaltige Getränke wie Bier und Wein können Allergiebeschwerden verstärken und sollten daher von Patienten mit Heuschnupfen möglichst gemieden werden. Wer unter einem hartnäckigen Reizhusten leidet, sollte nicht hoffen, dass die Symptome von selbst wieder verschwinden, sondern zum Facharzt gehen, weil sich aus einem unbehandelten Heuschnupfen auch ein chronisches Asthma entwickeln kann. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover.

Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte insbesondere in der Zeit des starken Pollenfluges auf alkoholische Getränke besser weitgehend verzichten. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS). „Alkoholika wie Bier, Wein und Schnaps enthalten Histamin, das bei der Herstellung alkoholischer Getränke von Hefen und Bakterien während der Gärung gebildet wird und die Heuschnupfenbeschwerden verschlimmern kann“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Histamin agiert im menschlichen Körper als einer mehrerer Signalstoffe, die während einer allergischen Reaktion ausgeschüttet werden und die typischen allergischen Symptome verursachen. Regelmäßiger Weinkonsum kann einigen Studien zufolge sogar das Risiko erhöhen, eine saisonale oder ganzjährige Allergie überhaupt erst zu entwickeln. Fazit: Wer zu allergischen Reaktionen neigt, sollte also lieber auf alkoholfreie Getränke wie z.B. Saftschorlen umsteigen.“

Stark gechlorte Schwimmbäder meiden

Angesichts des Beginns der Freibadsaison sollten Patienten mit Heuschnupfen darauf achten, stark chlorierte Schwimmbäder besser zu meiden. „Chlor kann bekanntlich nicht nur die Augen reizen, sondern auch die Haut und Atemwege von überempfindlichen Menschen angreifen und in den Atemwegen Husten und auch Luftnot verursachen“, erläutert Morr. „Insofern ist davon auszugehen, dass vorhandene Allergien durch Chlor u.U. verstärkt werden können.“

Hartnäckiger Reizhusten Warnzeichen für beginnendes Asthma

Wer als Heuschnupfenpatient trotz Medikamente unter einem andauernden Reizhusten leidet, sollte zur Symptomlinderung nicht länger auf frei verkäufliche Mittel in der Apotheke zurückgreifen, sondern zu einem Lungenfacharzt gehen. „Heuschnupfen neigt ja – wenn er nicht richtig behandelt wird – zu einem Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege“, erklärt Morr. „Ein andauernder Reizhusten kann insofern auf eine allergische Reaktion in den tieferen Atemwegen und damit auf ein beginnendes Asthma bronchiale hinweisen. Um die Entzündung einzudämmen und dadurch zu verhindern, dass sie sich von den oberen Atemwegen auf die Bronchien ausweitet, ist es bei starken Heuschnupfen-Beschwerden notwendig, nicht nur Antihistamin-Tabletten einzunehmen, sondern vor allem cortisonhaltige Nasensprays regelmäßig zu gebrauchen. Dann sollte sich auch der Reizhusten wieder zurückbilden. Keinesfalls aber sollte man einfach hoffen, dass die Symptome von selbst wieder verschwinden und an Medikamenten sparen bzw. ganz darauf verzichten. Eine solche Einstellung schafft ein echtes Problem: die Allergie verschlimmert sich und es droht ein chronisches Asthma“.