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05.02.2009

Mentholhaltige Erkältungsmittel für Kleinkinder nicht geeignet

Zur Behandlung von erkälteten Kindern ist vor Präparaten zum Einreiben oder Inhalieren, die ätherische Duftstoffe enthalten, dringend abzuraten. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Hannover hin. Viel besser sind warme Getränke und Hühnersuppe.

Wenn Säuglinge oder Kleinkinder erkältet sind, ist von einer Behandlung mit Präparaten zum Einreiben oder Inhalieren, die ätherische Duftstoffe enthalten, dringend abzuraten. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Hannover hin. „Der Geruch von Menthol, Pfefferminzöl oder Eukalyptus mag bei einer Erkältung zwar wohltuend erscheinen. Bei Kindern unter drei Jahren können solche Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen aber zu starken Atembeschwerden und sogar Erstickungsanfällen führen“, warnt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Leiter der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein. „Wie jetzt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Chest wird immer wieder von Kindern berichtet, die auf solche Präparate mit schwerer Atemnot reagieren und dann im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ätherische Duftstoffe wie Menthol können nämlich bei Kindern die Atemwege reizen und dann zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Dadurch wird die Verengung und Verschleimung ihrer Atemwege, die ja aufgrund der Erkältung ohnehin schon entzündet und verengt sind, noch gesteigert. Das heißt: diese Erkältungsmittel bewirken bei Kindern keine Linderung der Beschwerden, sondern eine Verschlimmerung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein kann.“Warnung oft nicht ernst genommen

Warnung oft nicht ernst genommen

Zwar wird auf den Etiketten und Beipackzetteln der betreffenden Erkältungsmittel ausdrücklich angegeben, dass sie bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet werden dürfen. „Diese Warnung scheinen einige Eltern aber nicht ernst zu nehmen – vermutlich weil diese Präparate frei verkäuflich sind und insofern fälschlicherweise als ungefährlich eingeschätzt werden“, meint Morr. „Auch dürften viele Eltern fatalerweise hoffen, ihren Kindern mit solchen Mitteln etwas Gutes tun zu können - vor allem wenn dieselben Präparate bei ihnen selbst, als sie erkältet waren, offenbar schon einmal Linderung geschafft haben. Wobei diese Wirkung eigentlich nur dem Alkohol zuzuschreiben ist, der den genannten Erkältungspräparaten als Lösungsmittel zugesetzt wird. Dieser bewirkt eine vorübergehend empfundene Kühlung in den Atemwegen und damit scheinbare Verbesserung der Symptome. “

Empfehlenswert: Hühnersuppe und warme Getränke

Anstelle von Erkältungsmitteln mit ätherischen Duftstoffen sollten Eltern ihren Kindern bei Schnupfen oder Husten lieber Hühnersuppe und warme Getränke geben. „Damit lässt sich die Wasserabgabe über die Atemwege effektiv steigern, was den Schleim in den Atemwegen verflüssigen hilft und somit das Abhusten erheblich erleichtert“, erklärt Morr.