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23.02.2011

Lungenpatienten mit Langzeitsauerstofftherapie sollten vermehrt auch auf ihre Herzgesundheit achten

COPD-Patienten, die eine LangzeitsauerstofftherapieLangzeitsauerstofftherapie
Eine Sauerstofflangzeittherapie (LTOT - abgekürzt aus dem Englischen long time oxygen therapy) ist der Ansicht von Spezialisten zufolge nur dann angezeigt und sinnvoll, wenn bereits mehrmals eine Sauerstoffmessung (meist anhand einer Blutprobe aus dem Ohrläppchen) durchgeführt wurde und die Sauerstoffwerte dabei immer wieder zu niedrig ausgefallen sind. Dann allerdings muss die Anwendung des Naturstoffes Sauerstoff (O2) über einen längeren Zeitraum, evtl. sogar dauernd erfolgen. Eine kurzzeitige Anwendung für lediglich ein paar Minuten pro Tag, ist zwar im Allgemeinen nicht schädlich, medizinisch gesehen aber sinnlos.
 
 
benötigen, sind besonders gefährdet, an einem Herzleiden zu sterben, wenn hierfür keine speziellen therapeutischen Vorkehrungen getroffen werden. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
und Beatmungsmedizin (DGP) aufmerksam.

Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die eine Langzeitsauerstofftherapie (aus dem Englischen long –term oxygen therapy, abgekürzt LOT) benötigen, sind besonders gefährdet, an einer Herz-Gefäß-Erkrankung zu sterben. Darauf machen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) aufmerksam. „Das Risiko für COPD-Patienten mit LOT, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben, steigt mit jedem Jahr an, während das Risiko aufgrund einer Lungenerkrankung wie z.B. Lungenkrebs oder infolge von Atemproblemen zu sterben, im Vergleich dazu rückläufig ist“, erläutert Prof. Dr. med. Bernd Schönhofer, Leiter der Klinik für Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin in Hannover. Das haben Schwedische Forscher in einer Studie mit über 7600 COPD-Patienten festgestellt, von denen mehr als zwei Drittel im Studienzeitraum verstarben (siehe American Journal of Respiratory Critical Care Medicine, Online-Vorabveröffentlichung am 7.1.11).

COPD ist eine systemische Erkrankung

„Dieses Studienergebnis zeigt, wie wichtig es ist, bei COPD neben der obstruktiven (d.h. verengenden) Atemwegserkrankung und dem Lungenemphysem auch mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und adäquat mitzubehandeln, da diese nicht nur mit zunehmendem Alter eher auftreten, sondern insbesondere bei COPD-Patienten sehr häufig sind“, betont Schönhofer. „Schließlich handelt es sich bei der COPD um eine so genannte Systemerkrankung, die viele verschiedene Organe des Körpers betreffen kann, wie z.B. die Skelettmuskulatur, die Knochendichte, das Verdauungssystem oder auch die Psyche – viele COPD-Patienten leiden z.B. unter Depressionen. Vital bedrohlich sind darüber hinaus Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems - wie z.B. die koronare Herzerkrankung mit Gefahr des Herzinfarktes oder die Rechtsherzinsuffizienz (d.h. Überlastung der rechten Herzhälfte infolge des so genannten Cor pulmonaleCor pulmonale
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (cor = Herz, pulmo = Lunge). Ein Cor pulmonale entwickelt sich auf Grund einer dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Ursache sind chronische Lungenerkrankungen (zum Beispiel Lungenfibrose, Lungenemphysem, COPD). Um den Blutkreislauf dennoch aufrechtzuerhalten, muss das Herz folglich einen noch höheren Druck aufbauen. Dies führt zunächst kompensatorisch zu einer Stärkung der Muskulatur der rechten Herzkammer. In fortgeschrittenen Stadien kann die erforderliche Pumpleistung allerdings nicht mehr ausgeglichen werden, so dass sich eine verminderte Herzleistung (Rechtsherzinsuffizienz) als Ausdruck eines Cor pulmonale einstellt.
, die durch Drucksteigerung im Lungenkreislauf entsteht). Eine LOT kann zwar die Sauerstoffversorgung verbessern, wenn sie für mindestens 15 Stunden pro Tag angewendet wird, und damit das Leben der betroffenen Patienten verlängern. Trotzdem können die Patienten infolge eines Herzleidens sterben, wenn hierfür keine speziellen therapeutischen Vorkehrungen getroffen wurden“, warnt Schönhofer.