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14.05.2021

Langzeiteffekte einer COVID-19-Erkrankung

Mögliche langfristige Auswirkungen einer Erkrankung an Covid-19 – sog. Long Covid - wird Prof. Dr. med. Christian Taube, Direktor der Klinik für PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
an der Ruhrlandklinik, in seinem Vortrag auf dem virtuellen Symposium Lunge schildern.

COVID-19 ist eine sehr komplexe Erkrankung, die die verschiedensten Organsysteme betreffen kann – am häufigsten die Lunge, wobei es nicht nur zu einer Schädigung der Lungenzellen, sondern auch der Gefäßzellen (Endothelzellen) kommen kann. Dabei zeigt sich teilweise auch das Bild eines akuten Lungenversagens. Des Weiteren können andere Organsysteme wie z. B. Herz, Niere, das Immunsystem und auch das zentrale Nervensystem von einer COVID-19-Erkrankung betroffen sein.

Selbst wenn die akute Erkrankung an Covid-19 Patienten bereits abgeklungen ist, können noch längerfristige Beschwerden und Probleme über Wochen oder sogar Monate hinweg auftreten und die Betroffenen erheblich einschränken und belasten. Dieses „Long-COVID-Syndrom“ ist noch nicht gut definiert, aber als mögliches Problem erkannt worden.

Wichtigste Risikofaktoren für einen langfristigen Verlauf (d.h. Beschwerden mehr als 28 Tage nach einer COVID-Infektion) sind offenbar die Schwere der Symptome und die Anzahl der betroffenen Organsysteme. Bei jüngeren Patienten waren häufiger Frauen betroffen, wohingegen bei älteren Patienten die Geschlechterverteilung nicht unterschiedlich war.

Auch Patienten, die mit einem leichten Verlauf die COVID-19-Erkrankung im häuslichen Umfeld überstanden haben, können längerfristig noch Beschwerden aufweisen. Dabei sind bei vielen der Patienten in den funktionellen Untersuchungen (Lungenfunktion, Blutgasanalyse) wie auch in den bildgebenden Untersuchungen (Computertomographie der Lunge) keine Veränderungen nachweisbar. Trotzdem berichten die Patienten glaubhaft über Atembeschwerden und eine Atemnot unter Belastung, die häufig mit einer Erschöpfung (Fatigue) kombiniert ist.

Die häufigsten Symptome, die bei Long-COVID-Syndrom genannt werden, sind Erschöpfung/Müdigkeit (Fatigue), Atembeschwerden unter Belastung, Husten, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Nervenstörungen, Depressionen und Angststörungen sowie Schlafstörungen.

Mögliche Therapieansätze richten sich nach den hauptsächlich betroffenen Organsystemen. Bei Patienten mit pulmonalen Beschwerden ohne Nachweis einer lungenfunktionellen Einschränkung kann durchaus eine Atemphysiotherapie hilfreich sein. Im Rahmen einer vorliegenden vorherrschenden Müdigkeitssymptomatik (Fatigue) sollten insbesondere zu Beginn Belastungssituationen vermieden werden, dann ist ein langsam gesteigertes Training sinnvoll.

Aktuell laufen mehrere Projekte, um auch die Ursachen für mögliche „Long-COVID-Verläufe“ zu erforschen. In den nächsten Monaten werden wir sicherlich noch sehr viel dazulernen, um mögliche Risikopatienten frühzeitig zu entdecken und auch, um unsere Behandlungsmöglichkeiten für diese Beschwerdesymptomatik deutlich zu verbessern.

Quelle: Vortrag von Prof. Dr. med. Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik, in einem online-Vortrag auf dem Symposium Lunge am 4.9.2021

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
Heike und Jens Lingemann
symposium-org@noSpam.copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959
Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2021