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23.08.2017

Krafttraining vor Lungenkrebs-OP kann Klinikaufenthalt und Komplikationsrisiken verringern

LungenkrebsLungenkrebs
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
-Patienten, die einmal täglich für die Dauer von mindestens einer Woche vor der OP Kraft- und Atemmuskulaturtraining machen, können früher aus der Klinik entlassen werden. Darauf macht der Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) aufmerksam.

Wenn Lungenkrebs früh genug entdeckt wird, bietet eine chirurgische Operation zur Entfernung des Tumors die besten Heilungschancen, bevor sich Tochtergeschwülste bilden. Eine solche Lungen-OP ist allerdings auch mit postoperativen Komplikationen verbunden, wie z.B. Infektionen oder Belüftungsproblemen infolge des Kollabierens eines Lungenabschnittes. Jetzt weist eine Metastudie über Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (abgekürzt als NSCL aus dem Englischen non small cell lung cancer) darauf hin, dass adäquates Kraft- und Atemmuskulaturtraining, das einmal täglich für die Dauer von mindestens einer Woche vor der OP durchgeführt wird, diese Risiken um 67 Prozent senken kann (siehe The Cochrane Database Systematic Review, Online-Vorabveröffentlichung am 7.6.2017). „Oder anders ausgedrückt: Unter hundert Patienten mit NSCL, die vor der OP trainieren, treten bei sieben Personen postoperative Komplikationen auf im Vergleich zu 22, die nicht trainiert haben“, erläutert Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers.

„Außerdem können Patienten, die vor der OP trainiert haben, im Mittel vier Tage früher aus dem Krankenhaus entlassen werden, da die Wundheilung schneller erfolgt –  insofern kann auch die Entfernung der Brustkorb-Drainage im Schnitt drei Tage früher erfolgen als bei Patienten, die nicht vor der OP trainiert haben.“ Insgesamt weisen die trainierten Patienten auch nach der OP eine größere Fitness auf: Beim 6-Minuten-Gehtest schaffen sie rund 18 Meter mehr als die untrainierten Patienten. „Diese Studienergebnisse sind erfreulich, wenn sie auch angesichts der geringen Stichprobe sicherlich zunächst noch mit Vorsicht zu betrachten sind, bis sie in einem größeren Rahmen bestätigt wurden. Schon jetzt zeichnet sich aber der Trend ab, dass der Erfolg einer Lungenkrebs-OP durch körperliches Kraft- und Atemmuskulaturtraining unterstützt werden kann“, fasst Dr. Voshaar zusammen. Anleitung zu solchen Übungen bekommt man in Lungensportkursen, von Physiotherapeuten oder durch speziell ausgebildete Atemtherapeuten, die es in nahezu jedem Lungenzentrum gibt.

Auch Rauchverzicht dringend angeraten

Vor einer OP empfohlen wird natürlich auch der Verzicht auf das Rauchen, da Tabakkonsum nachweislich die Wundheilung erschwert und die Komplikationsrate nach Operationen erhöht (siehe The Journal of Bone and Joint Surgery 2015, Band 97 (13), Seite: 1049 -1058). „Das liegt daran, dass Rauchen den Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut erhöht, so dass das HämoglobinHämoglobin
Ein eisenhaltiges Transportprotein, an das 4 molekulare Sauerstoffteilchen (O2) binden können.
 
weniger Sauerstoff transportieren kann. Dadurch verringert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers, was Sauerstoff verbrauchende Vorgänge wie die Wundheilung erschwert. Rauchen erhöht außerdem den Blutdruck und Puls und belastet daher das Herz. Während eine Narkose und die OP dem Kreislauf ohnehin schon zu schaffen machen, ist dies bei Rauchern noch stärker ausgeprägt mit deutlichen Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung, was sich unter anderem in einer höheren postoperativen Komplikationsrate niederschlägt. Wer hingegen mindestens vier Wochen vor einer bevorstehenden Operation mit dem Rauchen aufhört, kann das für Raucher erhöhte Risiko einer schlechten Wundheilung halbieren“, betont Dr. Voshaar.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/. Bei Veröffentlichung in Online-Medien ist diese Quellenangabe (in Form eines aktiven Links entweder auf die Startseite oder auf eine Unterseite der Webseite der Lungenärzte-im-Netz) erforderlich, bei Veröffentlichung in Printmedien ist ebenfalls ein Hinweis auf diese Webadresse notwendig.