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07.01.2019

Keine eindeutige Wirkung von Hustenmedizin nachgewiesen

Weder eine Behandlung mit Kodein, Salbutamol noch Gelatine kann die Heilung eines Hustens deutlich unterstützten. Die Beschwerden verschwinden ohnehin - mit wie ohne Behandlung.

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Zwar existieren zahlreiche Medikamente gegen Husten. Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit bei subakutem Husten wurden bisher aber nicht systematisch zusammengefasst. Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben nun sechs Studien zur Wirkung von Hustenmitteln untersucht. Keine der evaluierten Behandlungen zeigte dabei einen deutlichen Nutzen bei der Heilung von subakutem Husten (siehe British Journal of General Practice 2018, Band 68/675, Seite: e694-e702).

Das Team um den klinischen Epidemiologen PD Dr. Lars G. Hemkens hat Studien mit insgesamt 724 Patienten analysiert. Dabei konzentrierten sich die Forscher auf die Behandlung von subakutem Husten. Subakuter Husten hält in der Regel 3 bis 8 Wochen an und heilt meist von selbst.

Die ausgewählten Studien befassen sich mit der Anwendung von Medikamenten und natürlichen Heilmitteln, die in Europa und Nordamerika zur Behandlung von Husten eingesetzt werden. Therapien mit chinesischer oder asiatischer Kräutermedizin wurden hingegen von der Untersuchung ausgeschlossen.

Insgesamt sieben verschiedene Wirkstoffe wurden in den Studien untersucht, darunter Kodein, Salbutamol und Gelatine. Die Ergebnisse zeigen, dass keine der Behandlungen die Heilung des Hustens deutlich unterstützte. Zwei der sechs Studien deuten aber zumindest auf einen geringen Vorteil von Hustenmedikamenten gegenüber Placebo hin. Trotzdem verschwanden bei allen Patienten die Hustensymptome mit und ohne Behandlung.

Wenn von Nebenwirkungen der Hustenmedikamente berichtet wurde, handelte es sich um leichte, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit oder Halsschmerzen. Keine der Studien berichtete über schwere Nebenwirkungen, hält Erstautor Dr. Benjamin Speich fest.

Husten ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Neben einer allgemeinen Einschränkung der Lebensqualität geht mit dem Husten oft auch die Angst einher, an einer schweren Krankheit wie etwa Krebs zu leiden. Häufig verlangen die Patienten auch eine Behandlung mit Antibiotika, obwohl Ärzte dies nicht empfehlen.

„Wir sehen aufgrund unserer Untersuchung derzeit keine Behandlung, die eindeutige Vorteile für die Patienten aufweist. Festzuhalten bleibt, dass die herangezogenen klinischen Studien teilweise methodische Limitationen haben und die Verallgemeinerbarkeit eingeschränkt sein kann“, kommentiert Studienleiter Lars G. Hemkens die Ergebnisse.

Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für Arzneimittel gegen Husten weltweit jährlich auf vier Milliarden Dollar. Um eine Überbehandlung bei Husten zu vermeiden, sei es wichtig, sich Zeit für die Patienten zu nehmen und die Krankheit genau zu erklären, betonen die Forscher.

Quelle: Universität Basel