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09.11.2018

Influenza nicht unterschätzen!

In den vergangenen vier Jahren gab es hierzulande außergewöhnlich starke Grippewellen. Lassen Sie sich deshalb impfen, rät Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann in Hannover.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat angesichts der Schwere der vergangenen Grippesaison in Deutschland zur Teilnahme an der Grippe-Impfung aufgerufen.

Wann bezahlt die Krankenkasse die Impfung?

Wenn man beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen hat, trägt die Krankenkasse die Kosten. Das gilt beispielsweise für Lehrer, Verkäufer und medizinisches Personal. Die Impfung ist zudem kostenlos für Menschen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke und für Schwangere. Das Baby hat in den ersten Monaten dann auch einen Grippeschutz. Ansonsten koste die Dosis Reimann zufolge zwischen 20 und 30 Euro.

Was ist dieses Jahr neu?

In der kommenden Grippe-Saison ist der Vierfach-Impfstoff Standard. Das bedeutet, dass dieser gegen die vier Grundformen des Virus wirkt. Bei der im März 2018 zu Ende gegangenen Grippewelle, an der allein in Niedersachsen 100 Menschen starben, hatten die meisten noch einen Dreifach-Impfstoff bekommen.

Wann geht die Grippe-Saison los?

Impfungen gegen Grippe sind im Oktober und November sinnvoll. Nach dem Stich mit der Nadel dauert es 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut. Die Grippe-Wellen starten meist im Dezember oder Januar.

Schützt die Impfung vor Grippe?

Die Impfungen bieten keinen vollständigen Schutz, weil die Viren extrem wandelbar sind. Die Hersteller von Impfstoffen wissen vorher nie genau, welcher Virenmix in der nächsten Saison dominiert. Wenn ein geimpfter Mensch die Grippe bekomme, verlaufe die Krankheit aber harmloser. Aus eigener Erfahrung berichtete der Mediziner, dass er mit Grippe nur drei Tage krank war. Bei einem Menschen ohne Impfschutz dauere eine Grippe rund 14 Tage.

Wie erkenne ich eine Grippe?

Symptome einer Grippe sind ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit hohem Fieber, Erschöpfung, Husten und starken Gliederschmerzen. Grippe wird bereits über kleinste Tröpfchen - ein Niesen reicht - übertragen.

Was hilft bei Grippe?

Antibiotika helfen nicht. Sie wirken nur gegen Bakterien - Grippe werde aber durch Viren ausgelöst, erklärte Reimann. Wer eine Grippe habe, solle am besten im Bett bleiben. Der Körper könne sich nur bei Ruhe schnellstmöglich erholen. Zudem helfe es, viel Tee zu trinken.

Wie lange hält die Grippe-Impfung?

Nur ein Jahr. Ein dauerhafter Impfschutz sei noch nicht in Sicht, so die Einschätzung der Gesundheitsministerin.

Wie viele Menschen lassen sich gegen Grippe impfen?

 

Das Robert-Koch-Institut sagt: zu wenige. Nur 35 Prozent der über 60-Jährigen haben sich in der vorvergangenen Saison impfen lassen, wie Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen. Bei Ärzten seien es zuletzt 60 Prozent gewesen. Im Pflegesektor habe sich nur jeder Vierte impfen lassen.

Wie heftig war die vergangene Grippewelle?

In Niedersachsen erkrankten nach Angaben des Landesgesundheitsamts knapp 17.800 Menschen an Grippe, 104 starben, bundesweit kamen in der Saison zuvor 722 Menschen zu Tode. Die Dunkelziffer liegt aber weit höher: Viele bekommen zusätzlich zur Grippe eine Lungenentzündung, an der sie dann sterben, wie eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts erklärte. Das Grippevirus sei bei diesen Toten nicht mehr nachweisbar. Die geschätzte Zahl der Grippetoten lag in der vorvergangenen Saison deshalb deutlich höher - bei 22 900.

Quelle: dpa